Überraschung. Dass sie nur 75 Prozent der Stimmen der SPÖ-Delegierten am SPÖ-Parteitag erhalten sollte, hat Pamela Rendi-Wagner überrascht. Aber auch ihre Kritiker und vor allem ihre parteiinternen Gegner wurden überrascht.
Sie dachten, dass die SPÖ-Chefin, wie sie es zeitweilig bei anderen SPÖ-internen Krisen gemacht hatte, zunächst in eine Schockstarre verfallen und abtauchen würde. Das wiederum hätte die Irritationen in der roten Welt noch erhöht und eine wohl sofortige Obfraudebatte ausgelöst. Rendi-Wagner machte aber das Gegenteil. Sie ging umgehend in die Offensive und stellte klar, dass sie bleiben werde. Via oe24.TV richtete sie ihren Kritikern gar aus, dass "uns Feigheit nicht weiterbringen wird".
Im SPÖ-Vorstand blieben die »Rebellen« in Deckung
Hintergrund. Noch am Samstagabend, unmittelbar nach dem Parteitag machten zudem mehrere SPÖ-Spitzenvertreter von Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig abwärts ihrem Ärger über die roten Rebellen Luft, die der SPÖ damit insgesamt geschadet hätten. Während die Kritiker in Deckung blieben.
In der vergangenen Woche führte Rendi-Wagner laut SPÖ-Insidern wiederum viele Gespräche mit SPÖ-Länderchefs und anderen Spitzenvertretern ihrer Partei.
Sie will "das jetzt abstoppen und Grenzen einziehen", sagt ein SPÖ-Stratege.
Im Lager ihrer Gegner zeigte man sich hingegen resigniert: "Die bleibt einfach und die Diskussion verpufft in der Luft."
Ihre Widersacher haben sich freilich immer noch nicht auf eine Alternative einigen können. Burgenlands Hans Peter Doskozil, Niederösterreichs Franz Schnabl und Ex-SP-Geschäftsführer Max Lercher dementierten alle, hinter der Streichorgie zu stecken. Ein SPÖ-Ländervertreter meint aber: "Es ist kein Geheimnis, dass alle drei sie weghaben wollen."
Allerdings finden auch andere Kreise -etwa die Parteilinke -, dass Rendi-Wagner "mit zu wenig klaren Ansagen unsere sozialdemokratischen Kernthemen forciert".
Um die Unzufriedenen zu sammeln, sucht Rendi-Wagner einen Mitstreiter für die SPÖ-Bundesgeschäftsstelle - der nach innen wie nach außen kommunizieren könne.
Dass sie ihre erbitterten Gegner einfangen kann, scheint sie nicht zu glauben.
Aber um den Rest der Partei werde sie weiter "kämpfen", sagt sie.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden