Corona-Chaos

Wirbel um Testpflicht an Schulen - Einverständnis vieler Eltern fehlt

Wirbel um Testpflicht an Schulen - Einverständnis vieler Eltern fehlt
© BMBWF/Martin Lusser
Wien und Niederösterreich öffnen am Montag wieder ­alle Schulen.
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Vor den Semesterferien war die Schule im Lockdown, nur Betreuung wurde angeboten – in den Volksschulen saßen da schon rund 40 % der Kinder in der Klasse. Jetzt starten die Schulen in Wien und Niederösterreich in das zweite Halbjahr.

Und schon jetzt gehen die Wogen hoch – bei Eltern, Lehrern und Schülern. ÖSTERREICH kennt die Gründe:

  • Test ist Pflicht. Wer sich einem Test verweigert, darf nicht in die Schule. Morgen gibt es einen Puffertag für alle Schüler unter 14 Jahren, die keine Einverständniserklärung zum Test haben (siehe rechts). Die ohne Test kommen in Betreuung – Eltern befürchten jetzt, dass sich ihre Kinder in vollen Räumen anstecken.
  • Volle Volksschulen. Für die Volksschulen gilt im Gegensatz zu anderen Schulen kein Schicht-, sondern Vollbetrieb. „Das ist eine Gefährdung meines Kindes“, sagt ein erboster Vater zu Österreich. „Jetzt sitzen 25 Kinder statt zwölf in der gleichen Klasse.“
  • Vornasen-Tests fehlerhaft. Die Ages stellt zudem den Vornasen-Tests ein schlechtes Zeugnis aus: Sechs von zehn positiven, aber asymptomatischen Infizierten würden nicht erkannt.
  • Nicht behördlich anerkannt. Für Aufregung sorgt auch, dass die Schul-Tests anderswo nicht gelten. „Jetzt muss ich mein Kind zweimal testen lassen, wenn ich mit ihm zum Friseur will“, so ein Elternteil. „Am Morgen in der Schule und dann am Nachmittag vor dem Friseurbesuch.“

Riesenprojekt

So oder so – Schule mit Test wird zu einem Megaprojekt für Bildungsminister Heinz Faßmann. Für Montag wurden bereits 6,3 Millionen Tests an die Schulen ausgeliefert. Insgesamt sind 24 Millionen Tests bestellt, jede Woche füllen die Liefermengen 25 Sattelzüge. „Der Schulstart ist ein Riesenprojekt“, sagt Minister Faßmann. „Wir haben eindreifaches Sicherheitsnetz mit Masken, Abstand und regelmäßigen Selbsttests.“ Am Montag werden 280.000 Schüler an den Schulen erwartet. Ein Schulstart mit viel Bauchweh.

Alexandra Bosek: "Zu viele Schüler in Klassen"

ÖSTERREICH: Kommt die Öffnung zur rechten Zeit?

Alexandra Bosek: Wir sind keine Virologen, deswegen ist ein Urteil schwer. Wir freuen uns, wieder im Klassenraum zu sitzen.

ÖSTERREICH: Wie sehen Sie die Lösung mit den Tests?

Bosek: Das ist eine sehr gute Möglichkeit, die Infektionen einzudämmen. Weil das Stäbchen nur im unteren Teil der Nase bleibt, ist der Test kinderleicht.

ÖSTERREICH: Über 14-Jährige könnten den Test verweigern und zu Hause bleiben?

Bosek: Dadurch, dass wir alle seit Monaten im Distance Learning sind, bin ich überzeugt, dass fast alle Jugendlichen froh sind, wieder in die Schule zu gehen und ihre Freunde wiederzusehen.

ÖSTERREICH: Was für Pro­bleme könnte es geben?

Bosek: Wir bekommen immer wieder Nachrichten von Schülern, die erzählen, dass trotz Schichtbetrieb zu viele Schüler in den Klassen sind. Manchmal sind ganze Klassen an der Schule. Das sollte nicht der Fall sein! So etwas sollte der ­Bildungsdirektion gemeldet werden.

Lehrer schlagen Alarm: Probleme bei Einverständnis

Am Montag können Schüler noch ohne Einverständniserklärung der Eltern in die Schule kommen – allerdings werden sie nur betreut. Das heißt, sie sitzen gemischt in einem Raum ohne Test und können so andere anstecken.

Grund für das drohende Chaos morgen am ersten Schultag in Wien und ­Niederösterreich: Viele ­Eltern können das Formular, das an sie per E-Mail geschickt wurde, nicht ausdrucken. Oder sie haben kein Internet und können die E-Mails der Lehrer nicht öffnen.

Das versetzt einige Lehrer in Alarmbereitschaft – zahlreiche meldeten sich in den letzten Tagen bei der Tageszeitung ÖSTERREICH mit einer Bitte: Veröffentlichen Sie das Formular für die Einverständniserklärung, damit es diese Eltern ausschneiden und unterschreiben können und ihren Kindern schon für den ersten Schultag mitgeben können.

Einverständniserklärung

Sollten Sie ein Formular zum Ausschneiden brauchen, dann holen Sie sich die ÖSTERREICH-Sonntagsausgabe. Sollten Sie das Formular lediglich als Download brauchen, dann legen Sie jetzt gleich los.

Einfach Formular herunterladen, ausfüllen und mitbringen!

Einverständniserklärung für die regelmäßige Durchführung von COVID-19-Schnelltests an.pdf

Einverständniserklärung für die selbständige, regelmäßige Durchführung von COVID-19-.pdf

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