Einst Bankgebäude

Wiens brandneues Theater: Bauarbeiten auf Zielgeraden

Blick ins Innere eines Gebäudes mit Gerüsten während Renovierungsarbeiten in Wien.
© APA/ROLAND SCHLAGER
Die Baustelle des brut Wien in St. Marx geht in die finale Phase. Im Herbst 2027 soll die neue Spielstätte für die Freie Szene schließlich eröffnen.
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Es war im Herbst 2020, als Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) im ehemaligen Bankhaus St. Marx in Wien-Landstraße die Pläne für ein neues "Haus für die freie Szene" vorstellte. Das Koproduktionshaus brut Wien, das damals seine Spielstätte im Künstlerhaus verloren hatte, sollte 2024 dort einziehen. Nun, sechs Jahre später, gab die Stadträtin gemeinsam mit Vertretern der MA 34 (Bau- und Gebäudemanagement) Einblicke in das in Fertigstellung befindliche Theater.

Außenansicht eines historischen Ziegelgebäudes mit der Aufschrift "Zentralbank" in Wien.
Die Außenansicht des Gebäudes des künftigen Theaters "brut". © APA/ROLAND SCHLAGER

Eröffnet werden soll die Spielstätte im Herbst 2027, bis dahin spielt man in einem "Übergangsjahr" in der im Nachbarhaus untergebrachten "brut understage" sowie an verschiedenen Spielstätten in der Stadt. Erstmals wird das Publikum das neue Theater in der Karl-Farkas-Gasse 16 jedoch schon im Frühjahr erkunden können, wo im Rahmen eines "Soft Openings" - abhängig vom Baufortschritt - erste Veranstaltungen stattfinden sollen, wie der neue Direktor Tomasz Kireńczuk jüngst bei der Spielplanpräsentation angekündigt hatte.

"Wenn Banken zu Theatern werden"

Im neuen, 200 Quadratmeter messenden Theatersaal, der mit einer flexiblen Tribüne ausgestattet wird, finden künftig rund 150 Besucherinnen und Besucher Platz, hinzu kommt eine Studio-Bühne mit 80 Quadratmetern sowie ein großzügiger Gastro-Bereich. Im ersten Stock hat man eine Probebühne sowie Aufenthaltsräume geschaffen, der zweite Stock beherbergt Büro- und Technikräume.

"Wenn Banken zu Theatern werden, passiert etwas Gutes in der Gesellschaft", freute sich Kaup-Hasler, dass das im Besitz der Stadt Wien befindliche Gebäude nach vielen Jahren Bauzeit bald der Szene übergeben werden könne. Grund für die Verzögerungen waren unter anderem zu erfüllende Auflagen des Denkmalschutzes. So wurde der ursprüngliche Charakter des 1911 erbauten Hauses behutsam erhalten, selbst die hölzernen Bankschalter wurden restauriert und sollen wieder in die Nischen der ehemaligen Kassenhalle integriert werden. Durchbrüche an den Seiten des Gebäudes ermöglichen neue Zugänge zur Nebenbühne wie zum Barbereich, zudem wurde Barrierefreiheit hergestellt.

Kosten mehr als verdoppelt

Wie bereits bekannt wurde, stiegen die Kosten für die neue Spielstätte von damals prognostizierten 6,9 Mio. Euro auf 15,3 Mio. Euro, die jedoch nicht aus dem Kulturbudget kommen. Die Kostensteigerung sei vor allem den Auflagen des Denkmalschutzes geschuldet, zudem habe etwa eine geplante Installation der Betriebsanlagen auf dem Dach für Probleme gesorgt, hieß es damals.

Die Saisoneröffnung am Freitag findet nicht nur in St. Marx, sondern auch im studio brut in der Zieglergasse in Wien-Neubau statt: Dort bringt Mzamo Nondlwana die Performance "Waiting for fall" zur Uraufführung, in der sich der*die aus Südafrika stammende Künstler*in gemeinsam mit Tänzer*innen der "Hoffnung als Überlebensstrategie" widmet. Zeitgleich findet im "brut understage" die erste von vielen One-to-One-Performances statt, in der Performende sich in einen intimen Dialog mit dem Publikum begeben. Abends feiert man schließlich mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern die Saisoneröffnungsparty "Welcome to 1030!". (APA)

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