Gerechtigkeit

Frauenstreik: "Land lahmlegen" für Veränderung

Vor dem Parlament.
© FRAUEN*Streik
Am 24. Oktober legen Frauen vor dem Parlament in Wien die Arbeit nieder. Der "FRAUEN*Streik" sei eine feministische Intervention für Geschlechtergerechtigkeit, so die Organisatorinnen.
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Treffpunkt ist um 17.00 Uhr, dann wollen sich die Frauen auf roten Decken und Pölstern gemeinsam dem Nichtstun widmen.

"Wenn Frauen Pause machen, die Arbeit niederlegen, dann steht die Gesellschaft in Österreich still", sagte Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR).

Gemeinsam mit der Medienkünstlerin Julia "starsky" Zdarsky stellte sie am Donnerstag das von einer Vielzahl zivilgesellschaftlicher Organisationen unterstützte Vorhaben vor. Die Frauen berufen sich auf einen erfolgreichen historischen Streik in Island, der sich am 24. Oktober zum 51. Mal jährt. "Wir streiken ab jetzt so lange, bis entweder alle unsere Forderungen erfüllt sind oder wir leider das ganze Land lahmlegen müssen", sagte Zdarsky. Bei einem ersten Streik im Vorjahr seien 2.500 bis 3.000 Menschen vor das Parlament gekommen. Diesmal wünsche man sich 5.000.

"Hälfte der Macht in Frauenhände"

Es gehe um ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Kritik am Ungleichgewicht bei Care-Arbeit und Pensionen oder auch die Forderung nach gesetzlichen Quoten für Politik und Wirtschaft. Generell sei "die Hälfte der Macht in Frauenhände" das Ziel, wie Frieben betonte. Kaum ein Mann gehe in Karenz, es gebe krasse Einkommens- und noch schlimmere Pensionsunterschiede, ergänzte Zdarsky. Die 1970er Jahre hätten viele positive Veränderungen für Frauen gebracht, "aber was nützen die Gesetze, wenn sie niemand umsetzt?".

Die schärfste Waffe dagegen sei das Nichtstun. "Wir streiken jetzt mal, weil wir haben 150 Jahre diskutiert", so Zdarsky. Die Forderungen lägen seit den beiden Frauenvolksbegehren auf dem Tisch; all das müsse nun endlich umgesetzt werden.

Am Vortag des Streiks planen die Frauen am Freitag kommender Woche (23. Oktober) größere und kleinere Störaktionen im öffentlichen Raum, mit denen sie "Sand im Getriebe der patriarchalen Welt(un)ordnung" sein wollen. Am Samstag wird dann gestreikt, auch Performances und Musik sind geplant. Österreichweit ist am 3. Mai 2027 ein weiterer und größerer Streik geplant.

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