Tirol
Zu gierig nach Jobs: ÖVP-Landesrätin schmeißt hin
Ein besonderes Schauspiel einer Gier nach Spitzenposten und Polit-Privilegien spielt sich derzeit in Tirol ab. Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) hat sich für einen Top-Job in der Landespolizeidirektion beworben, wollte aber in der Landesregierung bleiben. Die frühere Polizeibeamtin bewarb sich um die stellvertretende Leitung der Fremdenpolizei, wie die 44-Jährige laut "TT" erklärte. Dies bedeute aber nicht, dass sie, sollte sie die Position erhalten, gleich dorthin wechseln werde. In der Tiroler ÖVP gab es offenbar Unmut ob der Causa.
"Ich habe mich dafür beworben und war die einzige Interessentin. Die Entscheidung behängt derzeit in Wien", sagte Mair, die seit 2022 der schwarz-roten Landesregierung angehört und zuvor Bezirkspolizeikommandantin von Kufstein war. Dort wurde sie für ihre politische Aufgabe freigestellt, schließlich gilt für ein Regierungsmitglied ein Berufsverbot.
Top-Job, aber für die Politik freigestellt?
Eine ähnliche Lösung schwebte Mair offenbar angesichts ihrer möglichen neuen Aufgabe bei der Polizei vor. Denn was passiere, wenn sie zur stellvertretenden FGA-Chefin (fremden- und grenzpolizeilichen Abteilung, Anm.) bestellt werde? Vorerst nichts, wenn es nach der Landesrätin ginge. Dann werde sie - wie schon in Kufstein - ein Kollege bis zur Rückkehr in die Landespolizeidirektion vertreten.
"Ich bin nicht politikmüde, ganz im Gegenteil. Ich bin mit Leidenschaft dabei und liebe meine Aufgaben", meinte Mair zur "TT". Und weiter: "Ich habe den Großteil meines Berufslebens der Polizei gewidmet." Irgendwann werde sie zur Exekutive zurückkehren: "Daher muss ich mich rechtzeitig um meine Karriere kümmern." Die Materie bei der Fremdenpolizei sei komplex, das liege nicht jedem. "Ich habe ja schon dort gearbeitet und kenne den Bereich sehr gut", sah sich die ÖVP-Politikerin bestens geeignet.
ÖVP zieht Reißleine
Alles andere als Begeisterung lösten die Aussagen Mairs sowie deren Bewerbung offenbar in der Tiroler ÖVP und bei Landesparteiobmann Landeshauptmann Anton Mattle aus. Schadensbegrenzung war angesagt, berichtete die "TT" online.
Mattle zog bei Mair, die ohnehin schon seit längerem als Wackelkandidatin galt, jetzt die Reißleine. Mair erklärte ihren Rücktritt.
Die Agenden der Unterländerin würden auf andere Ressorts aufgeteilt. Das Büro Mattles gab den Rückzug Mairs am späten Freitagnachmittag nach stundenlangen Spekulationen und intensiven Gesprächen per Presseaussendung unter dem Titel "Politikerin auf Zeit, Polizistin aus Leidenschaft: Astrid Mair zieht sich aus Tiroler Landesregierung zurück" bekannt. Sie sei dankbar für ihre Zeit in der Tiroler Landespolitik und trete nunmehr wieder in den Polizeidienst ein, erklärte Mair: "Ich habe Landeshauptmann Anton Mattle heute mitgeteilt, dass ich die Chance ergreife, wieder als Oberstleutnant zur Tiroler Polizei zurückzukehren und mich wieder auf meinen Brotberuf als Polizistin zu konzentrieren. Für sie sei klar gewesen "dass ich Politikerin auf Zeit bin und Polizistin aus Leidenschaft bleibe": "Deshalb ist das für mich der richtige Schritt zur richtigen Zeit."
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