Eine Untersuchung des "Guardian" zeigt, wie groß das Problem ist. Die Zeitung wertete mehr als 700 Energieausweise von Immobilien des Herzogtums Cornwall, des Herzogtums Lancaster und des Sandringham-Anwesens aus.
Das Ergebnis: 630 Gebäude erreichen derzeit nur die Energieeffizienzklasse D oder schlechter.
Nach den Plänen der britischen Regierung sollen privat vermietete Häuser bis 2030 mindestens die Klasse C erreichen. Bislang reicht als Mindeststandard Klasse E. Sollte die untersuchte Auswahl den gesamten königlichen Immobilienbestand widerspiegeln, könnten letztlich mehr als 1.000 Mietobjekte modernisiert werden müssen.
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Mieter berichten von kalten Wohnungen
Wie dringend der Sanierungsbedarf teilweise ist, schildern auch Bewohner der königlichen Immobilien. Ein Mieter eines Hauses des Herzogtums Cornwall berichtete dem "Guardian", seine Unterkunft sei größtenteils ungedämmt und werde mit Kohleöfen beheizt. Er bezeichnete das Haus als "archaisch".
Auch andere Bewohner sollen sich über kalte Räume, schwierige Wintermonate und lange Wartezeiten bei Reparaturen beschwert haben.
Das Herzogtum Cornwall verweist auf die besonderen Herausforderungen. Viele der Gebäude seien historisch und befänden sich in abgelegenen Regionen oder auf Inseln. Eine Sanierung sei dort entsprechend aufwendig.
Bereits Millionen investiert
Ganz untätig sind die Royals allerdings nicht. Seit 2022 sollen bereits rund 12,8 Millionen Euro in Verbesserungen an Wohnhäusern investiert worden sein. Weitere rund 58,2 Millionen Euro sind für bestehende Immobilien eingeplant.
Teuer könnte es für Vermieter zudem werden, wenn die neuen Vorgaben nicht eingehalten werden. Die geplanten Regeln sehen Geldstrafen von bis zu 35.000 Euro pro Objekt vor.
Brisant wegen Charles' und Williams Klimaschutz-Image
Besonders pikant ist die Situation wegen des langjährigen Engagements der beiden Royals für Umwelt- und Klimaschutz.
Prinz William gründete 2020 den Earthshot Prize, mit dem Lösungen für globale Umweltprobleme ausgezeichnet und gefördert werden. Das Herzogtum Cornwall ging 2022 an William über, nachdem sein Vater König geworden war.
Auch Charles beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Umweltthemen. Bereits 1970 warnte er öffentlich vor Umweltverschmutzung und Plastikmüll. Später setzte er sich unter anderem für ökologische Landwirtschaft und nachhaltigeres Wirtschaften ein.
Während William das Herzogtum Cornwall besitzt, gehören das Herzogtum Lancaster und das Sandringham-Anwesen weiterhin zum Besitz von König Charles. Nun könnte ausgerechnet der eigene Immobilienbestand für die Royals zur teuren Baustelle werden.
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