"Rissaga"

Urlauber-Schock: Mini-Tsunami auf Mallorca

Sonnenliegen und Strohdächer stehen im überfluteten Strandbereich im flachen Wasser.
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Beängstigende Momente erlebten Urlauber in Port d'Alcudia auf Mallorca. Innerhalb von Minuten vertrieb ein Mini-Tsunami alle Badegäste vom dortigen Strand.
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Nichts deutete an diesem Nachmittag auf die unsichtbare Gefahr hin, die in der Bucht von Alcúdia lauerte. Ein ganz normaler Strandspaziergang verwandelte sich für eine Familie in Port d’Alcúdia auf Mallorca plötzlich in einen Albtraum. Ein unheimlicher Meteotsunami flutete binnen Sekunden den Küstenweg und zwang die Urlauber zur Flucht.

Nach einem herbstlichen Regenschauer zur Mittagszeit zog es die Urlauber ans Meer, wo das Wasser normalerweise besonders flach und sicher für Badegäste ist. Während die Eltern am Strand entlangschlenderten, genoss der Sohn die Abkühlung im Meer. Doch plötzlich wurde der idyllische Strand-Ausflug zur besorgniserregenden Erinnerung.

Ohne jede Vorwarnung durch sichtbare Wellen spürten die Spaziergänger plötzlich einen massiven Druck gegen ihre Beine. Binnen weniger Augenblicke stieg das Wasser unaufhaltsam. Die Familie reagierte blitzschnell und lief in Richtung der schützenden Strandpromenade. Nur Sekunden später stand bereits der gesamte Strandweg unter Wasser.

Natur-Phänomen namens Rissaga

Das Phänomen, das die Einheimischen "Rissaga" nennen, dauerte zwar nur etwa zwei Minuten, allerdings berichtete die Mutter, dass das Gefühl "echt unheimlich" war. Im Anschluss zog sich die Flutwelle ebenso rasch wieder komplett zurück. Sogar ein kleines Boot strandete aufgrund der Wucht kurzzeitig auf dem Trockenen.

Bei "Rissaga", wie die Einheimischen das Phänomen auf den Balearen nennen, handelt es sich im wissenschaftlichen Sprachgebrauch um einen Meteotsunami. Anders als klassische Tsunamis, die durch Seebeben tief unter der Meeresoberfläche ausgelöst werden, haben Meteotsunamis rein atmosphärische Ursachen. Schnelle Änderungen des Luftdrucks, oft in Kombination mit Gewittern oder starken Winden, erzeugen eine unsichtbare Welle auf dem offenen Meer.

Meteotsunami keine Seltenheit

Wenn diese atmosphärische Welle auf die flachen Küstengewässer und engen Buchten von Mallorca trifft, verstärkt sich der Effekt dramatisch. Das Wasser wird regelrecht in die Buchten hineingepresst und zieht sich anschließend wieder extrem weit zurück. Besonders die Bucht von Alcúdia im Norden sowie die Nachbarinsel Menorca sind für diese schnellen Pegelschwankungen bekannt. Für Laien kommt dieses Phänomen völlig überraschend, da der Himmel oft schon wieder aufklart und das Meer ansonsten ruhig wirkt.

Obwohl der aktuelle Vorfall in Port d'Alcúdia glücklicherweise ohne Verletzte oder schwere Sachschäden ausging, weckt das Ereignis böse Erinnerungen. In der Vergangenheit kam es auf den Balearen immer wieder zu deutlich heftigeren Rissagas. Bei besonders ausgeprägten Meteotsunamis steigt das Wasser so hoch und mit einer solchen Wucht an, dass ufernahe Restaurants, Bars und Geschäfte komplett überflutet werden. Auch Boote, die im Hafen nicht ausreichend gesichert sind, werden dabei regelmäßig beschädigt oder auf die Kais geschleudert.

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