Prebischtor
Kind beschädigt Naturwunder - Eltern müssen zahlen
Für die Familie hat dieser Ausflug nun ein extrem teures Nachspiel, da die Nationalparkverwaltung die absolute Höchststrafe verhängt hat.
Ein Naturwunder von europäischer Bedeutung
Das Prebischtor bei Hřensko in Tschechien gilt als eines der spektakulärsten Naturdenkmäler im gesamten Elbsandsteingebirge. Direkt in der Böhmischen Schweiz gelegen, unmittelbar an der Grenze zur Sächsischen Schweiz in Deutschland, zieht das monumentale Felsentor jährlich Hunderttausende Besucher aus aller Welt an. Mit einer gewaltigen Spannweite von rund 26,5 Metern und einer maximalen Breite von acht Metern ist es das größte natürliche Sandstein-Felsentor in ganz Europa.
Dieses einzigartige Wahrzeichen entstand vor etwa 90 Millionen Jahren, als sich das urzeitliche Meer zurückzog und gigantische Sandsteinplateaus hinterließ. Umso schockierender ist es für Naturschützer und Behörden, wenn dieses empfindliche Ökosystem und geologische Erbe mutwillig beschädigt wird.
Entspannte Eltern schauen beim Ritzen zu
Die Aufnahmen, die ein aufmerksamer Tourist mit seinem Mobiltelefon machte, zeigen eine fassungslos machende Szene. Auf dem Boden hockend kratzt der Junge seelenruhig mit einem spitzen Gegenstand in den weichen, geschützten Sandstein des Naturdenkmals. Das Geräusch des Kratzens ist auf dem Handyvideo überdeutlich zu hören, während das Kind versucht, sich auf einer Aussichtsplattform zu verewigen.
Besonders brisant: Die Eltern des Kindes standen direkt daneben und schauten dem Treiben völlig entspannt und ohne jegliches Einschreiten zu. Der Zeuge reagierte sofort richtig, hielt die Situation filmisch fet und alarmierte umgehend die zuständigen Behörden vor Ort.
Die Nationalparkverwaltung greift knallhart durch
Die Reaktion der Verwaltung des Nationalparks Böhmische Schweiz ließ nicht lange auf sich warten. Die Ranger stellten die Familie noch vor Ort zur Rede und verhängten eine empfindliche Geldstrafe, die das Urlaubsbudget massiv belasten dürfte:
- Strafmaß: Die Familie muss rund 400 Euro bezahlen.
- Höchststrafe: Es handelt sich dabei um die absolute Höchstgrenze, "die unsere Ranger vor Ort verhängen können", teilte die Nationalparkverwaltung offiziell mit.
- Einordnung: Obwohl die Behörde auf ihrer Facebook-Seite erklärte, es habe sich wohl eher um "einen Schuljungenstreich als böse Absicht" gehandelt, wolle man ein klares Zeichen setzen.
In einem emotionalen Appell auf Social Media mahnte die Nationalparkverwaltung alle Touristen zur Vernunft: "Jeder Besucher hinterlässt etwas in der Landschaft. Manche die Stille. Manche ein Erlebnis, das sie mit ihren Lieben teilen. Andere ein paar Kronen in der örtlichen Kneipe. Manche aber leider auch eine Inschrift auf einem Felsen."
Ein Naturwunder in Privatbesitz und Eintrittspreise
Das Prebischtor befindet sich trotz seiner Lage im Nationalpark überraschenderweise seit dem Jahr 1999 auf einem Privatgrundstück. Damals verkauften die staatlichen Forstbetriebe das gesamte Areal an einen privaten Unternehmer, der seither auch Eintrittsgelder für den Zugang zum Plateau verlangt.
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