Schon im August segeln die ersten Blätter zu Boden, ist der Herbst etwa schon da? Jetzt heißt es bloß nicht voreilig zu handeln. Denn hinter dem frühen Laub steckt häufig ein natürlicher Prozess und wer jetzt zum falschen Zeitpunkt zu Schere, Rechen oder Dünger greift, riskiert, seinen Pflanzen unnötig zu schaden. Wir verraten, welchen Fehler Gartenbesitzer jetzt unbedingt vermeiden sollten.
Warum werfen Bäume im August schon Blätter ab?
Keine Sorge, Ihr Lieblingsbaum im Garten geht nicht zwangsläufig ein. Dass Bäume bereits im Spätsommer einen Teil ihres Laubs abwerfen, ist meistens kein Zeichen einer Krankheit, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus. Nach wochenlanger Hitze und Trockenheit leiden viele Pflanzen unter starkem Trockenstress. Um nicht komplett zu verdursten, trennt sich der Baum von einigen Blättern. Weniger Blätter bedeuten weniger Verdunstung. Der Baum spart dadurch extrem viel Wasser und Energie, um die heißen Tage zu überleben.
Der größte Garten-Fehler
Was machen jetzt fast alle Hobbygärtner? Sie ärgern sich über die "Unordnung", holen den Laubsauger, harken jedes einzelne Blatt feinsäuberlich zusammen und werfen alles sofort in die Biotonne. Ein fataler Fehler mit schlimmen Folgen für Ihren Garten. Wer das frühe Laub jetzt aus den Beeten und unter den Sträuchern wegräumt, macht alles nur noch schlimmer:
Der Boden trocknet aus
Die herabgefallenen Blätter wirken in Beeten wie eine natürliche Mulchschicht. Sie beschatten den Erdboden, halten die dringend benötigte Feuchtigkeit in der Erde und schützen die Wurzeln anderer Pflanzen vor der Sonne. Entfernen Sie das Laub, kann der ungeschützte Erdboden durch die direkte Sonneneinstrahlung stark austrocknen.
Lebensraum wird zerstört
Laubsauger sind im Garten ohnehin stark umstritten. Sie saugen nicht nur die Blätter ein, sondern schreddern auch wichtige Kleinlebewesen und Insekten (wie Käfer), die im Garten für das biologische Gleichgewicht extrem wichtig sind.
Kostenloser Dünger landet im Müll
Verrottendes Laub wird von Mikroorganismen und Regenwürmern zersetzt. Es ist der beste Humuslieferant und gibt dem ohnehin gestressten Boden im nächsten Jahr wertvolle Nährstoffe zurück.
So machen Sie es richtig
Statt in Putz-Aktionismus zu verfallen, sollten Sie clever mit dem frühen "Herbstlaub" umgehen:
In Beeten und unter Hecken einfach liegen lassen
Rechen Sie das Laub einfach zusammen und schieben Sie es unter Sträucher, Hecken und in Blumenbeete. Dort dient es als rettender Feuchtigkeitsspeicher.
Weg vom Rasen
Hier gilt die große Ausnahme: Auf der Rasenfläche sollte das Laub nicht liegen bleiben. Eine dicke Blätterschicht blockiert Licht und Luft, was bei den Grashalmen schnell zu gelben Flecken, Fäulnis oder Schimmel führen kann. Kehren Sie es vom Rasen am besten direkt in die angrenzenden Beete.
Vorsicht bei kranken Blättern
Schauen Sie sich das Laub genau an. Hat es seltsame schwarze Flecken? Nussbäume und Kastanien leiden im Sommer häufig unter Pilzkrankheiten oder der Walnussfliege. Dieses kranke Laub darf auf keinen Fall als Mulch liegen bleiben oder auf den Kompost wandern. Es muss über die Biotonne oder Grüngutsammelstelle entsorgt werden, damit sich die Pilzsporen im nächsten Frühjahr nicht wieder im ganzen Garten ausbreiten.
Gönnen Sie sich und Ihrem Garten eine Pause. Das frühe Laub ist meist kein Grund zur Sorge, sondern der beste Helfer gegen die späte Sommerhitze.
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