Jeder Gartenbesitzer kennt den frustrierenden Kampf gegen Giersch, Löwenzahn, Beigras und Co. Doch statt sich mühsam über hartnäckiges Unkraut zu ärgern, setzen immer mehr umweltbewusste Gärtner auf eine überraschend einfache Lösung: Karton. Werfen Sie alte Versandkartons also nicht mehr achtlos ins Altpapier. Richtig eingesetzt, können sie zu einem günstigen und nachhaltigen Helfer im Garten werden.
Was ist die Karton-Methode?
Die Karton-Methode nutzt herkömmliche Pappe als natürliche und kostenlose Barriere gegen ungewolltes Unkraut. Ähnlich wie ein handelsübliches Unkrautvlies wirkt der Karton wie ein Schutzschild. Die spezielle Struktur des Kartons blockiert das Sonnenlicht und die Luftzufuhr für die darunterliegenden Pflanzen. Das hemmt das Wachstum von unerwünschtem Unkraut und verhindert, dass Unkrautsamen im Boden überhaupt erst keimen können.
Der größte Vorteil: Selbst sehr hartnäckige Wurzelunkräuter schaffen es nicht, gleich mehrere Lagen Pappe zu durchdringen. Und während das Unkraut unter dem Karton im Dunkeln abstirbt, bleibt der Boden darunter weiterhin atmungsaktiv, sodass nützliche Mikroorganismen und Regenwürmer ungestört weiterarbeiten können.
In 5 Schritten zum unkrautfreien Garten
1. Den richtigen Karton auswählen und vorbereiten
Nicht jeder Karton darf ins Beet. Nutzen Sie ausschließlich unbehandelte, biologisch abbaubare Pappe (am besten schlichtes, naturbraunes Material). Der Karton darf nicht glänzend, bedruckt oder mit Wachs beschichtet sein. Ganz wichtig für die Umwelt: Entfernen Sie vorab alle Klebebänder, Paketaufkleber und Heftklammern und drücken Sie die Kartons dann flach.
2. Das Beet vorbereiten
Die gute Nachricht: Sie müssen das Unkraut im Vorfeld nicht mehr penibel mit der Wurzel ausgraben. Es reicht aus, hochgewachsenes Gras und Beikräuter grob abzumähen oder einfach plattzutreten.
3. Pappe auslegen
Legen Sie die vorbereiteten Kartons nun flach auf der Beetfläche aus. Lassen Sie die Ränder des Kartons wie bei Dachziegeln großzügig überlappen. Schon kleine Ritzen oder Spalten genügen dem Unkraut, um seinen Weg ans Licht zu finden. Je dichter Ihre Karton-Decke, desto effektiver das Ergebnis.
4. Wasser marsch
Wässern Sie die ausgelegte Pappe nun durchdringend mit dem Gartenschlauch oder der Gießkanne. Das macht das störrische Material weich, sodass es sich optimal an die Konturen und Hügel des Bodens anpasst, und verhindert gleichzeitig, dass der nächste Windstoß Ihre Konstruktion davonweht.
5. Abdecken und beschweren
Damit Ihr Garten nicht wie ein Papiermüll-Container aussieht und der Karton ordentlich beschwert wird, decken Sie diesen im letzten Schritt ab. Verteilen Sie eine großzügige Schicht aus Erde, Kompost, Rindenmulch oder Rasenschnitt darauf. Schon sieht Ihr Beet wunderbar gepflegt aus.
Unkraut dauerhaft vertreiben
Im Gegensatz zu klassischen Anti-Unkraut-Folien aus Plastik bietet die Karton-Methode einen ökologischen Mehrwert. Da unbelastete Pappe biologisch vollständig abbaubar ist, beginnt sie nach dem Auslegen durch die Feuchtigkeit langsam zu verrotten. Zellulose ist zudem eine Leibspeise für Regenwürmer.
Während der Karton über die nächsten Wochen und Monate zersetzt wird, verwandelt er sich in wertvollen Humus, versorgt den Boden mit organischen Nährstoffen und verbessert ganz nebenbei die Drainage. So fördern Sie eine hervorragend funktionierende Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten, ganz ohne Chemie, Rückenschmerzen und ständiges Unkraut entfernen.
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