Hypo Alpe Adria wird total verstaatlicht
Die Hypo Alpe Adria wird total verstaatlicht. Laut Finanzminister Pröll steuern die Alteigentümer zur Rettung der Bank 1,05 Mrd. Euro bei. Im Detail kommen 825 Mio. Euro von der BayernLB, 200 Mio. vom Land Kärnten und 30 Mio. von der Grawe. Der Bund schießt bis zu 450 Mio. ein, womit der Bank in Summe 1,5 Mrd. Euro Kapital zugeführt werden und die Eigenkapitalquote auf 8 % steigt.
Außerdem erhält die Bank von den Alteigentümern gut 3,4 Mrd. Euro an Liquidität. Davon kommen 3,075 Mrd. Euro von der BayernLB, 227 Mio. Euro vom Land Kärnten und 100 Mio. Euro von der Grawe.
An der Rettung beteiligen sich weiters die heimischen Systembanken. Sie stellen 500 Mio. Euro zur Verfügung, die als Liquidität oder für Maßnahmen zur Risikobegrenzung, etwa Haftungen, zugesagt sind.
Die Krisenbank wechselte für symbolische 3 Euro den Besitzer: Um 1 Euro gab die BayernLB ihre 67 % an die Republik Österreich ab. Ebenfalls je 1 symbolischen Euro bekommen die Grazer Wechselseitige und das Land Kärnten für ihre Hypo-Anteile.
Pröll sprach von der schwierigsten Situation, die es für die Bankenlandschaft in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Es bestand große Gefahr einer Insolvenz. Die werde nun nicht schlagend.
Die BayernLB hat die Kärntner Krisenbank in ihren Büchern voll wertzuberichtigen. "Wir haben die Wertstellung auf Null abzuschreiben." 2,3 Mrd. Euro sind damit weg. 825 Mio. Euro werden als nicht beteiligungswirksamer Kapitaleinschuss für die Hypo-Stabilisierung geleistet, indem etwa Kredite umgewandelt werden. Außerdem bleiben laufende Refinanzierungslinien der Bayern in der Bank.
"Für die BayernLB ist es ein schmerzhafter Schritt, sich von dieser Beteiligung zu trennen", sagte BayernLB-Chef Michael Kemmer Montagfrüh in Wien. Aber es sei für alle Beteiligten der richtige Schritt gewesen.
"Es ist gelungen, eine für Österreich und Mittelosteuropa systemrelevante Bank zu stabilisieren", sagte BayernLB-Aufsichtsratschef und Deutschlands Finanzminister Fahrenschon. "Durch die Übernahme der Bank ist sie jetzt gesichert". Unter der Regie der Republik Österreich sei gewährleistet, dass Sparer und Anleger der Kärntner Bank von einer guten Zukunft ausgehen könnten.
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