Tschickstummel-Event

Tschick-Pfand steht jetzt in Favoriten zur Diskussion

Zwei Personen stehen auf einer Wiese vor einem Gebäude, eine hält Müllzangen, der andere Müll.
© Harald Schuster
Umweltaktivistin Stella Wittmann macht erneut gegen achtlos weggeworfene Tschickstummel mobil. In Favoriten treffen am 26. November Kunst, Politik und Umweltschutz aufeinander.
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Ein Tschickstummel ist schnell weggeschnippt, doch die Folgen für die Umwelt bleiben oft jahrelang bestehen. Die Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der nur langsam zerfällt und dabei Mikroplastik freisetzt. Dazu kommen Schadstoffe wie Nikotin und Schwermetalle, die in Böden und Gewässer gelangen können. Auch Tiere sind gefährdet, wenn sie die Stummel oder Teile davon verschlucken. Weltweit landen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich rund 4,5 Billionen Zigarettenstummel in der Umwelt.

Kunst und Politik ziehen an einem Strang

In Favoriten soll nun eine Veranstaltung auf das Problem aufmerksam machen. Am 26. November lädt die "Allianz der Tschickstummel-Fighter Wien" von 18 bis 20 Uhr in die Bezirksvorstehung am Keplerplatz 5. Neben Vorträgen und Diskussionen werden Werke von Kunstschaffenden gezeigt, die aus Abfällen "Trash Art" und "Upcycling-Kunst" herstellen. Viele der Künstler werden selbst vor Ort sein.

"Ein kleiner Zigarettenfilter kann Böden, Gewässer und Tiere belasten", warnt Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ). Er hofft, mit der Veranstaltung mehr Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Zigarettenabfällen zu sensibilisieren. "Ich lade alle ein zum Anti-Tschickstummel Event." Der Eintritt ist frei. Neben Franz werden auch Klima- und Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ), Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Patrick Lobis als Vertreter der EU-Kommission erwartet.

Favoritnerin setzt sich für Umwelt ein

Hinter der Veranstaltung steht die Favoritner Umweltaktivistin Stella Wittmann, die bereits 2022 ein ähnliches Treffen im Festsaal der Bezirksvorstehung organisiert hat. Als Mitglied der Gruppe Circular Wien veranstaltet sie seit Jahren sogenannte Tschickstummel-Challenges. Dabei sammeln Freiwillige unterschiedlichen Alters achtlos weggeworfene Zigarettenstummel in Parks und auf öffentlichen Flächen.

Zigarettenpfand steht zur Diskussion

Bei der Veranstaltung, die Wittmann auch moderiert, soll es um weitere Möglichkeiten zur Müllvermeidung gehen. Diskutiert wird etwa, wie Zigarettenhersteller stärker in die Verantwortung genommen werden könnten und ob ein Pfand auf Zigarettenstummel praktikabel wäre. Auch Maßnahmen aus dem In- und Ausland, darunter die Verteilung von Taschenaschenbechern bei Veranstaltungen, werden vorgestellt. "Die weggeworfenen Zigarettenfilter sind ein weit größeres Problem für die Gesundheit von Mensch und Tier, als viele glauben", betont Wittmann. Gemeinsam mit den Besuchern will sie deshalb über konkrete Lösungsansätze sprechen.

"Schneckerl" wirbt für richtige Entsorgung

Auch die MA 48 macht derzeit mit einer eigenen Kampagne auf das Problem aufmerksam. Dafür wurde Fußballlegende Herbert Prohaska gewonnen. Auf einem Plakat steht der ehemalige ÖFB-Teamchef vor einem Mistkübel und richtet einen Appell an Raucher. "Das Dreckige muss ins Runde. Wirf den Tschik ins Aschenrohr!" Die Veranstaltung in Favoriten ist Teil der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die unter dem Namen European Week for Waste Reduction stattfindet.

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