Nach dem Horror-Unfall eines erst 14-jährigen Schülers schlägt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) jetzt Alarm: In Österreich starben heuer bereits mindestens fünf Menschen auf dem E-Scooter – fast so viele wie im gesamten Vorjahr, wo es sechs Tote gab.
Massive Mängel bei der Ausstattung
Seit Beginn des E-Scooter-Booms im Jahr 2019 hat sich die Zahl der Schwerverletzten fast verneunfacht. Über 10.000 Menschen wurden allein im Vorjahr im Krankenhaus behandelt.
Die KFV-Experten decken die Gründe auf: mit 49 Prozent ist knapp die Hälfte aller privaten Scooter illegal unterwegs. Jeder Dritte (33 Prozent) hat keine Blinker, vielen fehlen funktionierende Bremsen oder Reflektoren (23 Prozent).
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Ohne Helm und mit Rucksack auf den Straßen
70 Prozent der unter 16-Jährigen (Alter geschätzt) sind ohne Helm mit dem E-Scooter gefahren. Das ist verboten! Unabhängig vom Alter tragen 83 Prozent gar keinen Helm, wobei es hier eine Kluft zwischen Leih-E-Scootern (96 Prozent kein Helm) und privaten E-Scootern (78 Prozent) gibt.
12 Prozent haben ebenso unerlaubt Rucksäcke oder Taschen auf dem Lenker oder Güter auf dem Trittbrett transportiert.
Und mehr als die Hälfte der Fahrer (56 Prozent) weiß nicht einmal, dass das Alkohollimit auf 0,5 Promille gesenkt wurde.
KFV fordert Anpassung an internationale Standards
Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zieht jetzt die Reißleine und fordert die erlaubte Bauartgeschwindigkeit bei E-Scootern von 25 km/h auf 20 km/h zu senken.
Außerdem sollte das Mindestalter für das Fahren mit E-Scootern in Österreich von derzeit neun Jahren (mit Radfahrausweis) bzw. zwölf Jahren (ohne Radfahrausweis) auf ein international übliches Niveau angehoben werden.
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