Alte Wetter-Weisheit

"Wie das Wetter an Ägidius ist" – Bauernregel macht Herbst-Ansage

© Getty Images/iStockphoto
Der 1. September markiert den meteorologischen Herbstbeginn. Eine jahrhundertealte Bauernregel behauptet sogar, dass das Wetter an diesem Tag verrät, wie die kommenden vier Wochen werden.
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Im bäuerlichen Kalender gilt der 1. September als wichtiger Lostag. Rund um den Gedenktag des heiligen Ägidius ranken sich mehrere Wetterregeln. Eine der bekanntesten lautet: "Wie das Wetter an Ägidius, so es vier Wochen bleiben muss."

Auch Sprüche wie "Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir schönen Herbst ansag" oder "Ägidius Regen kommt ungelegen" sollen Hinweise auf den weiteren Verlauf des Septembers geben. Doch was sagt der 1. September 2026 in Österreich voraus?

So startet der September in Österreich

Der Blick auf die aktuelle Wetterprognose zeigt ein durchaus freundliches Bild. In vielen Teilen Österreichs überwiegt am Dienstag der Sonnenschein. In Wien werden bis zu 28 Grad erwartet, in Niederösterreich bis zu 29 Grad. Auch im Burgenland sind bis zu 29 Grad möglich.

Etwas wechselhafter präsentiert sich das Wetter in den Alpenregionen. In Kärnten sowie vor allem im Bergland sind einzelne Regenschauer oder Gewitter möglich. In Salzburg werden etwa 20 bis 24 Grad erwartet, in Tirol 21 bis 26 Grad.

Nach der alten Bauernregel wäre das also eher ein gutes Zeichen für den Herbst – zumindest in jenen Regionen, in denen die Sonne dominiert.

Kann ein einziger Tag den ganzen September vorhersagen?

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Bauernregeln entstanden aus jahrhundertelangen Beobachtungen und dienten vor allem dazu, Erfahrungen rund um Landwirtschaft und Wetter weiterzugeben.

Meteorologisch lässt sich daraus jedoch keine verlässliche Prognose für vier Wochen ableiten. Wetterlagen können sich innerhalb weniger Tage verändern, außerdem kann das Wetter in Österreich gleichzeitig völlig unterschiedlich sein.

Ein sonniger 1. September in Wien bedeutet daher nicht automatisch vier Wochen Sonnenschein – genauso wenig wie ein Gewitter in den Bergen einen verregneten September ankündigt.

Wer war eigentlich Ägidius?

Ägidius soll im 7. Jahrhundert als Einsiedler im Süden Frankreichs gelebt haben. Der Überlieferung zufolge gründete er das Kloster Saint-Gilles und wurde später als Abt verehrt.

Er gehört zu den Vierzehn Nothelfern und gilt unter anderem als Schutzpatron der Hirten, des Viehs und der stillenden Mütter. Sein Gedenktag ist der 1. September.

Für die Menschen früher war dieser Zeitpunkt auch landwirtschaftlich bedeutsam. Eine weitere überlieferte Regel lautet: "Wer Korn schon um Ägidi sät, nächstes Jahr viel Frucht abmäht."

Ein schöner Start in den Herbst?

Zumindest der Wetterstart macht in Österreich vielerorts Hoffnung auf einen sommerlichen Septemberbeginn. Besonders im Osten und Südosten bleibt es am 1. September warm und häufig sonnig. In den Bergen können dagegen bereits erste Schauer und Gewitter auftreten.

Ob daraus tatsächlich ein vierwöchiger Spätsommer wird, kann die alte Bauernregel allerdings nicht beantworten. Sie bleibt vor allem eines: ein spannendes Stück Wetter- und Bauerntradition.

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