Eiskalter Korb

Wandertag: Ludwig serviert Kickl ab

Ein Mann im Anzug mit roter Krawatte lächelt bei einer Veranstaltung in einem Gebäude.
© APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Ein Seitenhieb auf Herbert Kickls Freizeitgestaltung hat sich zu einem handfesten politischen Schlagabtausch entwickelt. Nachdem Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig dem FPÖ-Chef vorgeworfen hatte, mehr Zeit in den Bergen als bei der politischen Arbeit zu verbringen, konterte Kickl mit einer Einladung zur gemeinsamen Wanderung. Ludwig schlug diese aus und legte dann noch einmal nach.
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Ausgangspunkt war ein Interview Ludwigs mit der deutschen "Welt". Darin wurde der SPÖ-Politiker gefragt, ob Kickl überhaupt Kanzler werden wolle. Ludwig verwies zunächst auf die gescheiterten Koalitionsverhandlungen nach der vergangenen Nationalratswahl und holte dann zu einem persönlichen Seitenhieb aus. "Er hat jedenfalls das bequemere Leben gewählt und nutzt seine Zeit ausgiebig zum Klettern und Wandern", sagte Ludwig. Man habe den Eindruck, Kickl sei häufiger in den Bergen, als für die Menschen zu arbeiten. Auch politisch ließ der Bürgermeister kein gutes Haar am FPÖ-Chef und warf ihm fehlende Ideen für die Zukunft vor.

Kickl lädt Ludwig auf den Berg ein

Kickl ließ die Kritik nicht unbeantwortet. Nach einem morgendlichen Lauf meldete sich der FPÖ-Chef per Video zu Wort und griff ausgerechnet Ludwigs Wander-Sager auf. "Gehen wir einfach einmal gemeinsam hinaus in die Natur und vielleicht entdeckt er dann, wie wunderbar das ist", sagte Kickl. Er lud den Bürgermeister zu einer Bergtour oder Wanderung ein und erklärte, in der Natur finde man jene Ruhe und Kraft, die es auch in der Politik brauche. "Also mein Angebot steht. Ich bin gespannt, ob er es annimmt", sagte Kickl. Über eine Zusage würde er sich freuen.

Ludwig kontert mit Rechtsextremismus-Vorwurf

Doch aus der gemeinsamen Bergtour wird vorerst nichts. Ludwig reagierte ebenfalls per Video und machte deutlich, dass seine Kritik an Kickl weit über dessen Wanderleidenschaft hinausgeht.

"Zeigen Sie Anstand, bringen Sie Ordnung in Ihre eigene Partei, ziehen Sie endlich eine klare Grenze zu Rechtsextremismus und zu den Identitären", sagte Ludwig. Er warf Kickl vor, sich in Kreisen zu bewegen, in denen Rechtsextreme und Identitäre salonfähig seien. Bei Rechtsextremismus brauche es eine klare und konsequente Haltung.

Zum Schluss griff Ludwig den Ausgangspunkt des Streits noch einmal auf. "Herr Kickl, ich werde mich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass Sie weiterhin viel Zeit zum Wandern haben", sagte der Bürgermeister und verabschiedete sich mit den Worten "Berg frei". Damit dürfte die Einladung zur gemeinsamen Wanderung fürs Erste vom Tisch sein. Der politische Schlagabtausch zwischen Rot und Blau ist dagegen um eine Runde reicher.

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