Ein Gründerzeithaus im 15. Bezirk wird für eine Woche zum Schauplatz einer ungewöhnlichen Ausstellung. Künstler aus aller Welt beschäftigen sich dort mit einem Gefühl, das wohl jeder kennt. Die Angst steht im Mittelpunkt der 22. Vienna Art Week, die am Freitag startet und bis 13. November mehr als 100 Veranstaltungen in ganz Wien bietet. Der Eintritt ist überall kostenlos.
Unter dem Motto "Navigating Angst" geht das Kunstfestival der Frage nach, wie sich persönliche Ängste, politische Unsicherheit oder gesellschaftliche Krisen künstlerisch verarbeiten lassen. Dabei sollen Besucher unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und auch einen Blick hinter die Kulissen der Wiener Kunstszene werfen können.
Gründerzeithaus wird zur Kunstzentrale
Das Herzstück des Festivals befindet sich in der Goldschlagstraße 1. Dort wird das Gründerzeitgebäude, das vor seiner Renovierung steht, vorübergehend zur Festivalzentrale umfunktioniert. Auf vier Geschoßen, vom Keller bis ganz nach oben, sind Arbeiten von rund 30 österreichischen und internationalen Künstlern zu sehen.
Die Ausstellung "House of Navigating Angst" wird am Freitag um 20.30 Uhr eröffnet und ist von Samstag bis 13. November täglich zwischen 13 und 19 Uhr zugänglich. Kuratiert wird sie vom künstlerischen Leiter Robert Punkenhofer und Anne Zühlke.
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50 Künstler öffnen ihre Ateliers
Wer wissen möchte, wie Kunst entsteht, bekommt bereits am Wochenende Gelegenheit dazu. Am Samstag und Sonntag öffnen 50 Künstler, die von einer internationalen Fachjury ausgewählt worden sind, ihre Ateliers. Jeweils von 13 bis 18 Uhr können Besucher die Arbeitsräume besichtigen und direkt mit den Kunstschaffenden sprechen. Ergänzt wird das Angebot durch geführte Rundgänge, etwa durch die Praterateliers und die Bundesateliers in der Wattgasse und Westbahnstraße. Auch der italienische Künstler Marco-Augusto Basso, der für einen dreiwöchigen Arbeitsaufenthalt nach Wien eingeladen worden ist, öffnet sein temporäres Atelier in der Goldschlagstraße.
Tour führt zur "Benko-Ruine"
Ungewöhnliche Einblicke versprechen die thematischen Stadtführungen. Unter dem Titel "Wovor hat die Macht Angst?" führt Kunstvermittler Simon Nagy unter anderem zur Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, zur Baustelle des einst von René Benko geplanten Luxuskaufhauses Lamarr in der Mariahilfer Straße bis zur Kapuzinergruft und zum Lueger-Denkmal. Dabei wird untersucht, wie sich Macht, Ausgrenzung und gesellschaftliche Ängste im Stadtbild widerspiegeln. Bei einer weiteren Tour führt Künstler und Kurator Gerald Straub durch Ateliers im 15. Bezirk und beschäftigt sich mit dem Umgang mit politischen und gesellschaftlichen Spannungen.
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