Luftabwehr

Selenskyj fordert jetzt auch Raketen der Bundeswehr

Wolodymyr Selenskyj
© GettyImages
Die Ukraine benötigt zusätzliche Luftabwehrraketen – und richtet deshalb eine konkrete Forderung an Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Polen: Diese Nationen sollen jeweils zehn Prozent ihrer Bestände an Kiew abgeben. Aber damit könnte auch die Luftverteidigung Deutschlands geschwächt werden.
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Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Jewhen Chmara sollen die europäischen Partner ihre Raketen sofort liefern, Ersatz könnte später aus bereits vereinbarten Produktions- und Lieferkontingenten erfolgen. Entsprechende Verträge für künftige Munitionslieferungen habe die Ukraine bereits abgeschlossen, berichtete RBC Ukraine.

Besonders dringend benötigt Kiew Abfangraketen für die amerikanischen Patriot-Systeme und die in Deutschland entwickelten IRIS-T-Systeme. Hinzu kommen tragbare Flugabwehrwaffen, sogenannte MANPADS, mit denen sich unter anderem bestimmte Drohnen bekämpfen lassen.

Die Zahl der deutschen Raketen: Streng geheim

Die Lieferungen aus den USA reichen nach ukrainischen Angaben bei Weitem nicht aus. Laut Kyiv Post wartet Kiew seit beinahe einem Monat auf die Freigabe weiterer Raketen für Patriot und NASAMS. Selenskyj habe deshalb neue Gespräche mit Washington angekündigt.

Der ukrainische Präsident bezifferte die amerikanischen Patriot-Lieferungen der vergangenen 90 Tage auf lediglich 24 Raketen. Dem stehe ein monatlicher Bedarf von etwa 350 Abfangraketen gegenüber.

Bereits zuvor hatte Selenskyj seine europäischen Verbündeten um 300 zusätzliche Raketen für den Winter ersucht. Doch nicht alle Regierungen wollten ihre eigenen Reserven weiter reduzieren. Widerstand kam dazu auch aus Griechenland.

Wie viele einsatzbereite Patriot- und IRIS-T-Raketen Deutschland tatsächlich besitzt, ist öffentlich nicht bekannt - eine Abgabe von Luftabwehrraketen würde die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr jedenfalls schwächen.

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