Ein Angriff im Südosten der Ukraine verdeutlicht eine erschreckende Entwicklung. In Saporischschja stürzte am 6. Juli eine kleine russische Drohne in eine Mauer nahe einer Tankstelle und explodierte. Dabei wurden drei unschuldige Menschen getötet, darunter die 19-jährige Studentin Tetiana B. sowie der 41-jährige Oleksij S. und der 48-jährige Roman K. Was diesen Vorfall von tausenden anderen zivilen Opfern unterscheidet, ist die Technologie: Die Waffe wurde von einer experimentellen künstlichen Intelligenz gesteuert, wie die "New York Times" berichtet. Ein Szenario, das die Sorge vor völlig autonomen Waffensystemen anheizt.
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KI-Drohne sucht ihr Ziel
Laut "New York Times", die sich in ihrem Bericht auf Militärs und Experten berufen, wurde die KI-Drohne zwar von Menschen in Richtung der Tankstelle programmiert, wählte ihr exaktes Ziel – vermutlich Propangastanks – am Ende jedoch völlig selbstständig aus. Trümmeranalysen ergaben demnach, dass Minicomputer der Firma "Nvidia" die Entscheidungen trafen. Der Konzern erklärte in einem Statement, das Produkt werde "an Studenten, Entwickler und Start-ups für eine breite Palette nützlicher Anwendungen verkauft" und sei über Wiederverkäufer verfügbar. Kateryna Bondar vom "Wadhwani AI Center" in Washington spricht gegenüber der "New York Times" vom ersten dokumentierten Fall, bei dem ein derartiges System Ziviltote forderte.
Gefahr durch autonome Waffen
Für den lokalen Luftabwehrkommandanten Serhij Minajew ist die Lage äußerst ernst: "In ein paar Jahren werden wir in einem 'Terminator'-Film leben. Das ist kein Scherz. Maschinen treffen Entscheidungen für Angriffe." Zwar testen auch ukrainische Streitkräfte laut Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow autonome Systeme, jedoch bislang ohne zivile Opfer.
Menschenrechtsgruppen und das Internationale Rote Kreuz lehnen Waffen kategorisch ab, bei denen kein Mensch mehr in den Zielprozess eingreift. Um die Bilderkennung der Technik zumindest etwas auszutricksen, versuchen die Menschen in der Region nun unter anderem, Gastanks mit schräg aufgestellten Plastikplanen zu tarnen.
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