Der Vatikan bestätigte am Freitagabend, dass der Papst seine Stimme via Briefwahl abgegeben habe. "Der Heilige Vater drückt seinen Glauben in das Recht und die Pflicht von Bürgern aus, sich am demokratischen Prozess zu beteiligen", heißt es aus dem Vatikan. In Illinois, konkret in Will County in der Metropolregion Chicago, ist Robert Francis Prevost, der seit 2025 als Papst Leo XIV. firmiert, nach wie vor als Wähler registriert. Illinois gilt als Hochburg der Demokraten, in der sich 2024 gute 54 Prozent für Kamala Harris entschieden. Bisher ist der Rück-Brief nach Angaben der Chicago Sun-Times noch nicht eingelangt. Der Blog Letters from Leo stellt die Theorie auf, dass sein Bruder John Prevost das Wahlkuvert bei seinem jüngsten Vatikan-Besuch in die USA transportiert haben könnte.
Papst Leo XIV. geht wählen
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Einblick in die bisherige Wahlhistorie
In Illinois werden Wählerinnen und Wähler nicht als Parteigänger der Demokraten oder Republikaner registriert, jedoch lässt die Auswahl bei den Vorwahlen Rückschlüsse zu. Die Sender ABC, die New York Times sowie die Chicago Sun-Times fanden Einträge bis ins Jahr 2008. Demnach nahm Prevost 2008 und 2010 an den Vorwahlen der Demokraten teil. In den Jahren 2012, 2014 und 2016 entschied er sich hingegen für die Vorwahlen der Republikaner. Bei eigentlichen Wahlen gab er in den Jahren 2012, 2014, 2018 und 2024 seine Stimme ab. Bei den Hauptwahlen 2016 und 2020 nahm er hingegen nicht teil.
Die Muster eines Wechselwählers
Die Daten zeigen mit Sicherheit, dass der Papst ein Wechselwähler ist. Plausibel erscheint das Profil eines moderaten Konservativen, der 2008 von Barack Obama begeistert war, 2012 jedoch von dessen Regierungsentscheidungen enttäuscht wurde. Seine Teilnahme an der republikanischen Vorwahl 2016 – ohne spätere Stimme im November – lässt darauf schließen, dass er zwar die Republikaner gegen Hillary Clinton unterstützen wollte, nicht aber den späteren Vorwahlsieger Donald Trump. Neben Trump standen damals Ted Cruz, John Kasich und Marco Rubio zur Wahl. Im Jahr 2020 konnte er sich offenbar nicht zwischen Trump und Joe Biden entscheiden. Wen er 2024 wählte, bleibt offen, wobei Social-Media-Kommentare wenig Begeisterung für Trump vermuten ließen.
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