Marvell kauft sich den Laser-Profi Lumentum. Die Transaktion bewertet Lumentum inklusive Schulden mit rund 115 Milliarden US-Dollar (knapp 103 Milliarden Euro) und wird vollständig über Aktien abgewickelt.
Gewaltigen Datenhunger künftiger Servergenerationen
Die fortschreitende Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz erfordert fundamentale Umbauten in der weltweiten Rechenzentrumsinfrastruktur.
Mit dem Zukauf von Lumentum sichert sich Marvell Technology eine zentrale Schlüsseltechnologie, um den gewaltigen Datenhunger künftiger Servergenerationen zu bewältigen. Lumentum hat sich auf optoelektronische Komponenten spezialisiert, insbesondere auf hochentwickelte Laserlösungen.
Herkömmliche Kupferkabel geraten bei den extremen Übertragungsraten und dem massiven Volumen moderner KI-Cluster zunehmend an ihre physikalischen Grenzen. Um Datenverluste und Verzögerungen zu minimieren, setzt die Halbleiterbranche verstärkt auf photonische Verbindungen und optische Datenübertragung. Dadurch avanciert die Optoelektronik zu einer unverzichtbaren Säule für den weltweiten KI-Boom.
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Reiner Aktiendeal im Wert von 115 Milliarden Dollar
Die Übernahme wird als reiner Aktientausch durchgeführt, bei dem keine Barmittel fließen. Für die Anteilseigner beider Konzerne wurden im Rahmen der Vereinbarung klare Konditionen fixiert:
- Umtauschverhältnis: Lumentum-Aktionäre erhalten für jedes gehaltene Wertpapier exakt 4,5 Aktien von Marvell Technology.
- Beteiligungsverhältnisse: Nach Vollzug der Fusion werden die bisherigen Marvell-Aktionäre rund 67 Prozent am Gesamtkonzern halten, während auf Lumentum-Aktionäre etwa 33 Prozent entfallen.
- Synergieeffekte: Die Konzernführung rechnet durch die Zusammenlegung mittelfristig mit jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar.
- Abschlusszeitraum: Das Closing der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2028 angestrebt, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der Zustimmung der jeweiligen Aktionäre.
Größte Tech-Transaktion des Jahres auf den Weltmärkten
Gemessen am Eigenkapital handelt es sich laut Auswertungen der Nachrichtenagentur Bloomberg um die größte Akquisition des Jahres im globalen Technologiesektor. Einzig der Zusammenschluss des Raumfahrtunternehmens SpaceX mit dem KI-Spezialisten xAI wies eine noch höhere Dimension auf.
Vor Bekanntgabe des Deals brachte Marvell Technology per Börsenschluss am Freitag einen Börsenwert von gut 172 Milliarden Dollar auf die Waage. Lumentum wies zeitgleich eine Marktkapitalisierung von gut 76 Milliarden Dollar auf. An den Finanzmärkten sorgte die offizielle Ankündigung für moderate Reaktionen: Die Lumentum-Aktie gab im vorbörslichen Handel an der Wall Street um rund ein Prozent nach, während sich die Papiere von Marvell kaum verändert zeigten. Am Markt kursierten bereits in der vorangegangenen Woche Gerüchte über entsprechende Verhandlungen.
Grünes Licht der Aktionäre noch ausständig
Bevor der Milliardendeal besiegelt ist, müssen die Aktionäre beider Seiten noch offiziell zustimmen. Marvell verspricht sich von der Laser-Power jedenfalls gewaltigen Rückenwind für künftige Gewinnsprünge.
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