Wut im Netz

Mehr als 17.000 sagen NEIN zur neuen Paketsteuer

Ein Mann nimmt von einem Zusteller zwei Pakete an der Haustür entgegen.
© Getty Images/iStockphoto
Riesige Unterstützung für die Petition des Handelsverbands: Bereits am ersten Wochenende unterschrieben über 17.000 Menschen gegen die Paketsteuer. Auch die EU ermittelt bereits.
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Wien. Der Handelsverband startete am Freitag die Online-Petition "Österreichische Paketsteuer abschaffen!". Die vielen Unterschriften würden verdeutlichen, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten den Preisaufschlag im Online-Handel ablehnen, so der Verband in einer Aussendung. Die Vertretung fordert die Bundesregierung daher zur raschen Rücknahme der Maßnahme auf.

Klare Forderung an die Politik

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, findet deutliche Worte: "Mehr als 17.000 Unterschriften seit Freitag sind ein klarer Auftrag an die Politik. Die Österreicherinnen und Österreicher wollen Entlastung und keine neue Steuer auf ihren Einkauf. Ganz Europa lacht über diesen politischen Megamurks. Die Bundesregierung muss ihren Fehler korrigieren und die Paketsteuer umgehend abschaffen."

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"Total übertrieben" - Das sagt Österreich zu der Paketsteuer


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Belastung für Händler und Konsumenten

Der Handelsverband kritisiert an der Abgabe neben höheren Preisen auch den bürokratischen Aufwand bei über "4.000 betroffenen Händlern". Schwer getroffen werden auch Personen, die etwa wegen Krankheit oder reduzierter Mobilität auf Lieferungen angewiesen sind. In einer repräsentativen Umfrage von "Reppublika Research" im Auftrag des Handelsverbands hätten sich schon vor Einführung der Steuer 70 Prozent der Österreicher dagegen ausgesprochen.

Gefährdung von Jobs und Investitionen

Die Abgabe bremse zudem den Wirtschaftsstandort, so die Vertretung. Onlinehändler nahe der Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro verlieren den Anreiz für Investitionen und Arbeitsplätze in Österreich. Stattdessen drohen der Stopp von Innovationsprojekten sowie Jobabbau zugunsten des Auslands. "Laut GAW-Innsbruck wird die Paketsteuer rund 3.000 Jobs vernichten und zu einem jährlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung (BIP) um 360 Millionen Euro führen", berichtet der Handelsverband.

Ein Mann mit Akten geht auf eine Pressekonferenz mit mehreren Mikrofonen zu.
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will © APA/HELMUT FOHRINGER

EU-Kommission leitet Ermittlungen ein

Der Handelsverband hatte am 6. Oktober eine Binnenmarkt-Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt. Der Vorwurf lautet auf den kolportierten "Verstoß gegen die Warenverkehrs- und Dienstleistungsfreiheit" sowie das "Verbot protektionistischer Abgaben". Die EU-Behörde habe die Arbeit aufgenommen, eine Entscheidung werde bis Oktober 2027 erwartet. Im Falle eines Vertragsverletzungsverfahrens drohe Österreich die Rückzahlung aller Einnahmen samt Zinsen.

Die neue Paketsteuer auf einen Blick:
Die seit 1. Oktober geltende Paketsteuer (2,00 Euro plus USt, somit 2,40 Euro pro Lieferung/Bestellung) trifft große Onlinehändler ab 100 Mio. Euro Umsatz wie Amazon, Zalando oder Temu sowie rund 4.000 heimische Marktplatz-Händler. Sie bringt dem Budget jährlich rund 280 Mio. Euro ein, die zur Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel dienen und den lokalen Handel vor der "Billig-Packerlflut" schützen sollen.

Zum Abschluss betont Handelssprecher Rainer Will: "Die Paketsteuer ist in keiner Weise verhältnismäßig und steht rechtlich auf wackeligen Beinen. Sie belastet heimische Händler, verteuert das Einkaufen für die Konsumentinnen und Konsumenten und könnte am Ende vor Gericht scheitern. Ich bin verärgert ohne Ende und sprachlos angesichts dieses politischen Eigentors."

Paketmenge um zehn Prozent rückläufig

Die von der Bundesregierung beschlossene Paketsteuer hat seit der Einführung am 1. Oktober zu einem Rückgang der Paketmenge von rund zehn Prozent geführt.

Von Amazon hieß es zur APA, dass in den ersten zwei Wochen Kundinnen und Kunden in Österreich häufiger mehrere Artikel in einer Bestellung zusammenfassten. Dass Kunden ihre Aufträge mehr bündeln bestätigt auch Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien.

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