Fußball-Legende

Maradona-Tod: Verrückte Wende im Prozess

Ein Mann in Sportkleidung sitzt bei einer Pressekonferenz vor Mikrofonen und Getränkeflaschen.
© Getty Images
Im Prozess um den Tod der argentinischen Fußball-Legende Diego Maradona sehen medizinische Sachverständige trotz mutmaßlich vertauschter Nierentests keinen Anlass, ihre bisherigen Einschätzungen zu seinem Gesundheitszustand zu ändern.
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"Das wird meine endgültige Diagnose nicht ändern", sagte der Nierenfacharzt Hernán Trimarchi laut der Zeitung "Clarín" bei einer Anhörung.

Trimarchi gehört zu den medizinischen Sachverständigen, die bereits 2021 zu dem Schluss gekommen waren, dass es bei der Behandlung des früheren Weltmeisters möglicherweise zu schweren Fehlern gekommen war.

Das Gerichtsverfahren in San Isidro nördlich von Buenos Aires war in der vergangenen Woche unterbrochen worden. Grund war der Hinweis der Verteidigung, dass den Gutachtern offenbar Untersuchungen zugestellt worden waren, die nicht Maradona, sondern seinem Vater gehörten. Beide trugen den Namen Diego. Der Vater des Jahrhundertfußballers starb 2015, Maradona selbst am 25. November 2020 an einem Herzinfarkt.

Krankenkasse räumt Medien zufolge Fehler ein

Das Gericht ordnete daraufhin die Beschlagnahmung der tatsächlichen Krankenakte an. Die zuständige Krankenkasse räumte nach übereinstimmenden Berichten inzwischen ein, versehentlich falsche Daten an die gerichtlichen Gutachter übermittelt zu haben.

Bei der nun fortgesetzten Anhörung ging es deshalb um die Frage, ob der Fehler die Einschätzungen der Expertenkommission beeinflusst. Das Gutachten ist von zentraler Bedeutung für die Frage, ob die Angeklagten für medizinische Fehler im Zusammenhang mit Maradonas Tod verantwortlich gemacht werden können.

Trimarchi erklärte, Maradona habe an einer chronischen Nierenerkrankung gelitten. Daran änderten auch die nun bekanntgewordenen Untersuchungen seines Vaters mit darin enthaltenen Kreatininwerten nichts.

Mehrere Angeklagte

Bei dem Gerichtsverfahren müssen sich sieben Ärzte und Pfleger verantworten. Ihnen werden schwere Fehler bei der häuslichen Pflege des Fußballstars vorgeworfen. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück.

Ein erster Prozess war im vorigen Jahr für nichtig erklärt worden, weil eine Richterin an einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über den Prozess mitgewirkt hatte.

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