Genuss-Hotspot

Mallorca: So isst nicht nur der Jetset

© LAIF/ Frank Heuer
Die fabelhafte Kulinarik des Simon Petutschnig – ein Österreicher begeistert mit kreativer Kochkunst auf Mallorca.
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Eine Yacht liegt neben der anderen. Der Hafen in Privatbesitz zählt längst zu den Hotspots des internationalen Jetsets. Edle Designerboutiquen, hochpreisige Immobilienbüros, Yachtcharter und mondäne Restaurants prägen die Promenade. Wir schlendern am Wasser entlang, während eine Crew die Chromreling einer Superyacht poliert. In den dunkel getönten Panoramascheiben spiegeln sich sanft wiegende Palmen – und ein goldener Schriftzug: YARA (https://yarapuertoportals.com/de). Wir drehen uns um und stehen vor jenem Restaurant, das sich seit dreieinhalb Jahren einen Namen gemacht hat. YARA bedeutet "Mut" oder auch "Schmetterling". In Puerto Portals steht der Name zugleich für einen Treffpunkt für Genießer.

Die Terrasse des Yara öffnet den Blick auf den Hafen. © LAIF/Frank Heuer

Genuss mit Blick auf die Yachten

Das Lokal empfängt uns mit unaufdringlicher Eleganz. Schwarz- und Grüntöne bestimmen das Design, Pflanzen setzen Akzente zwischen goldenen Elementen. Tief gesetzte Spots tauchen die Tische in warmes Licht. Zu den lässigen Beats der DJane nehmen wir Platz. Der Blick schweift über den Yachthafen und die Abendspaziergänger, die hier sehen und gesehen werden wollen.
Kulinarisch führt uns das YARA-Chef-Menü durch den Abend. Miyazaki-Wagyu-Nigiri mit Kaviar stimmen auf die japanisch inspirierte Küche ein. Eine knusprige Garnele und ein Sake Sour begleiten den Auftakt. Es folgen Sushi, Sashimi und Thunfisch-Tataki, dem Mango, Ají Amarillo und Koriander exotische Akzente verleihen. Das Steak-Tatar wird mit Brioche serviert.

Natürlich schön. Die Montésion Weinberge werden nach dem Kalender von Maria nachhaltig kultiviert. Im Einklang mit den Kräften des Universums reifen die Trauben heran. Höchste Qualität kennt keine Kompromisse. Das spiegelt sich im Geschmack. © Natxo Bassols

Dazu wählt der Sommelier Weine von MONTESIÓN (https://montesionwineestate.com), die die unterschiedlichen Aromen der Gerichte begleiten. Rosa gebratenes Rinderfilet mit Périgueux-Sauce, getrüffeltem Knollensellerie und Shiitake setzt den genussvollen Reigen fort. Junger Romana-Salat mit geröstetem Paprika und Yuzu-Kosho sowie Kartoffeln mit Trüffel und Schnittlauch ergänzen das Menü. Zum Abschluss kommt das YARA-Tiramisu auf den Tisch: eine moderne Interpretation des italienischen Klassikers mit Matcha, Yuzu und Fuji-Apfel.

Mit Gespür für feine Aromen prägt der Kärntner Simon Petutschnig die kulinarische Handschrift der Restaurants Yara und Fera. © Herbert Lehmann

Ein Kärntner kocht für Mallorca

Hinter den Gerichten steht ein Österreicher: Simon Petutschnig. Der gebürtige Kärntner aus St. Veit lebt seit 26 Jahren in Spanien und hat sich einen internationalen Ruf erarbeitet. Seit etwas mehr als drei Jahren führt er das YARA. Bereits vor zehn Jahren eröffnete er gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmer Ivan Levy sein erstes Restaurant, das FERA (https://ferapalma.com). Es zählt zu den renommierten Fine-Dining-Adressen Mallorcas.
"Mediterran mit einem Auge auf die Welt!" So beschreibt Petutschnig seine Küche im FERA. Sein Anspruch: "Ich möchte frei sein meine Inspirationen umzusetzen."

Formvollendete Eleganz auf höchstem kulinarischem Niveau. Am Fera Chef´s Table werden alle Sinne verführt. Spitzenqualität und feinste Ingredienzen machen jedes Gericht zu einem Kunstwerk für sich. © Naxto Bassols

Besonders geprägt hat ihn die japanische Küche. Japanische Freunde weihten ihn in traditionelle Zubereitungsweisen ein – ein Wissen, das er als besondere Wertschätzung versteht. Auch die japanische Philosophie KAIZEN begleitet seine Arbeit und den Anspruch an sein Team. "Es bedeutet jeden Tag ein bisschen besser zu werden." Wenn Petutschnig darüber spricht, wirkt das weniger wie eine strenge Vorgabe als wie eine selbstverständliche Haltung.
Im Mittelpunkt stehen für ihn die Gäste: "Ich denke nicht nach, für wen ich koche, aber ich schau mir an ob die Teller voll zurückkommen. Es geht schließlich nicht um mich." Zwinkernd fügt er hinzu: "Your Ego is not your Amigo!"

Qualität beginnt beim Ursprung

einer Auftakt: Brotvariationen mit Son Naava Olivenöl, Flor de Sal und Umami-Butter. © Natxo Bassols

Im FERA und im YARA ist Qualität das oberste Gebot. Das gilt auch für Wein und Olivenöl. Petutschnig setzt auf MONTESIÓN-Weine und SON-NAAVA-Olivenöl von Can Feliu (https://www.canfeliu.es).
Wir besuchen das Landgut und seine Bodega inmitten der Weinberge. Schon die Ankunft entschleunigt: Der Hofhund läuft uns entgegen, dicht gefolgt von einem Ferkel mit Schlappohren. Auf der Weide grast ein weißes Pferd, weitere Schweine genießen die Sonne. Die Atmosphäre ist friedlich, der Auftritt bodenständig.
Carlos Feliu betreibt das Landgut, auf dem Wein und Olivenöl biodynamisch und Demeter-zertifiziert produziert werden. Nach seinen Angaben werden keine Pestizide eingesetzt; gearbeitet wird nach dem Kalender von Maria Thun. Auch die Lehren Rudolf Steiners prägen den Betrieb. Der respektvolle Umgang mit Natur, Pflanzen und Tieren gehört hier zum Alltag. Wenn Feliu über den Einfluss der Planeten auf den Boden und die Verbindung zum Universum spricht, wird deutlich, wie eng seine Arbeit mit seiner persönlichen Überzeugung verknüpft ist. Den Wein von MONTESIÓN produziert er speziell für das FERA und das YARA. Hinter dem Projekt steht auch Ivan Levy. Erzeugt werden neun verschiedene Rotwein- und sechs verschiedene Weißweinsorten. Die meisten Kunden seien deutschsprachig, erzählt Feliu: "Die Deutschen kaufen besonders gern unseren Cabernet Sauvignon, die Schweizer den Merlot und die Österreicher,…" Er lacht: "…die trinken alles, das sind Weinliebhaber!"

Flüssiges Gold aus den mallorquinischen Weinbergen: das Demeter zertifizierte Olivenöl Son Naava. Unvergleichliche Qualität und ursprünglicher Geschmack. © Natxo Bassols

Flüssiges Gold im Glas

Unter der mallorquinischen Sonne fließt das SON-NAAVA-Olivenöl (https://www.sonnaava.com) in kleine Verkostungsschalen. Sein Duft erinnert an frisch geschnittenes Gras. Am Gaumen wirkt es samtweich, entfaltet ein intensives Aroma und hinterlässt im Abgang eine angenehme Schärfe.
"Die Temperatur übersteigt während dem gesamten Produktionsprozess niemals 27 Grad. Wir nehmen nur top Oliven und überlassen nichts dem Zufall!" Feliu spricht mit spürbarer Überzeugung über sein Produkt. "Es ist das beste Olivenöl der Welt!" Eine selbstbewusste Ansage, die seinen hohen Anspruch verdeutlicht. Dieser Wille zur Qualität verbindet ihn mit Simon Petutschnig und Ivan Levy – und begegnet uns während unserer Reise immer wieder.

Chef`s Menü mit Soller Garnelen, Jakobsmuscheln und Zitronengras © Natxo Bassols

Vom Snowboardtraum zur Spitzenküche

Auch beim gemeinsamen Marktbesuch in Palma wird deutlich, wie sehr Petutschnig die Produkte am Herzen liegen. Wir gehen zwischen Fisch, Muscheln, Gemüse, Früchten und saftigem Jamón durch die Gänge. Hier erzählt der Koch von seinem Weg, der keineswegs geradlinig verlief. Schon mit 15 Jahren verließ er sein Elternhaus. "Eigentlich wollte ich einfach nur snowboarden. Deshalb habe ich mir als Koch Jobs in Wintersportorten gesucht." Über Stationen in Österreich und der Schweiz führte ihn sein Weg schließlich nach Barcelona.
Die Vielfalt auf dem berühmten Markt La Boqueria beeindruckte den jungen Koch nachhaltig. Sie weckte seine Neugier auf neue Speisen und Geschmackskombinationen. Ohne Spanischkenntnisse Fuß zu fassen, war allerdings schwierig. Aufgeben kam für Petutschnig trotzdem nicht infrage: "Integration ist wichtig. Anpassen, einfügen und irgendwann wird man dann auch von den anderen wahr- und aufgenommen."

Ein Tennisball für Roger Federer

Sein Durchhalten hat sich ausgezahlt. Allein im August 2026 bekochte Petutschnig mit seinen 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 7.200 Gäste. Auch Spitzensportler, Musikstars, Scheichs und Prinzessinnen nehmen im FERA und im YARA Platz.
An einen Gast erinnert er sich besonders gern: "Roger Federer war bei uns zu Gast. Wir haben spontan als Dessert einen Tennisball für ihn kreiert. 5 Tage später ist er mit seiner ganzen Familie wiedergekommen. Er ist wirklich witzig, sehr höflich und dankbar, ein absoluter Gentleman."
Auch die deutschen Rapper Kay One und Kontra K kehren gerne ein. Als wir nach einem Bummel durch Palmas Altstadt im schattigen, Zen-inspirierten Garten des FERA zu Mittag essen, sitzt am Nebentisch tatsächlich eine Prinzessin: eine deutsche Philanthropin, die in dritter Ehe mit einem deutsch-österreichischen Großindustriellen aus der Porsche-Dynastie verheiratet ist.

FERA Chef’s Table von Simon Petutschnig – ein Tisch, 12 Gäste und ein von der Omakase- Philosophie inspiriertes Degustationsmenü. © Natxo Bassols

Ganz nah an der Küchenkunst

Unser letzter Abend auf Mallorca führt uns an den Chef’s Table des FERA (https://ferachefstable.com). Klare Linien und dezente, ausdrucksstarke Kontraste lenken den Blick auf das Wesentliche: die Küche und den Tisch. Trotz des modernen Designs wirkt die Atmosphäre warm und vertraut. Maximal zwölf Gäste können hier Platz nehmen. Wir entscheiden uns für das Prestige-Menü.
Simon Petutschnig dirigiert sein Team hochkonzentriert. Die Vorbereitung läuft ruhig ab, jeder Handgriff sitzt. Gastgeber des Abends ist Ivan Levy, Partner im YARA und im FERA sowie Eigentümer der MONTESIÓN-Weinberge.
Der Schweizer Unternehmer verbindet Idealismus mit wirtschaftlichem Realismus. "Romancing the customer" nennt er seine Maxime. "Der Gast muss glücklich sein, daran habe ich die meiste Freude." Seine Aufmerksamkeit gilt den Wünschen der Gäste, sein Blick zugleich der langfristigen Entwicklung: "Nachhaltigkeit. Wenn man im Kundenbusiness ist, muss man langfristig denken." Der Qualitätsanspruch und der Wille, sich stetig weiterzuentwickeln, verbinden ihn mit seinen Partnern.

Kunstvoll genießen am Fera Chef’s Table. © Natxo Bassols

Ein Menü voller Überraschungen

Zum Auftakt reicht Petutschnig kleine, sorgfältig gestaltete Willkommensgrüße. An der Küchentheke wird eine Auster effektvoll inszeniert, bevor die Gäste an der Tafel Platz nehmen.
Dort präsentiert der Brot-Sommelier knusprige Variationen. Dazu werden SON-NAAVA-Olivenöl, Flor de Sal und Umami-Butter gereicht. Es folgt Thunfisch mit Perlgerste, Kaviar, Gurke und Radieschen. Eine Carabinero-Garnele mit Mango, Gazpacho und Tamarinde verbindet leuchtende Farben mit präzise abgestimmten Aromen.

Meerbrasse mit Beurre blanc, Knollensellerie und Yuzu beschließt die Fischgänge. Anschließend kommt butterweiches Wagyu Mudéjar mit Kartoffeln, Portobello und Périgueux-Sauce auf den Tisch. MONTESIÓN-Weine begleiten die Gerichte und führen auch im Glas durch den Abend.

Chefs Menü FOIE GRAS | Mango | Kokos | Sake © Natxo Bassols

Süßes Finale mit Heimatgefühl

"Testarossa" heißt das Signature-Dessert, das Petutschnig eigens für Ferrari kreiert hat. Im abgedunkelten Raum wirken die leuchtend roten Kugeln wie schwebende Planeten. Unter den Kuppeln verbirgt sich Frozen Joghurt mit roten Beeren. Beim ersten Löffel knistert Brause auf der Zunge – ein spielerischer Moment, der an die Kindheit erinnert. Beim nächsten Gang entsteht aus Honig, Vanille, Karamell und Blütenstaub ein süßer Wunderwald auf Tisch und Tellern. Nebel verleiht der Präsentation eine märchenhafte Atmosphäre.
Zum Abschluss wünscht der Küchenchef mit einer Auswahl kleiner Überraschungen süße Träume. Hinter der ungewöhnlichen Optik verbergen sich vertraute österreichische Klassiker: von der Sachertorte bis zur Mozartkugel. So zollt Petutschnig seiner kulinarischen Heimat Tribut und gibt auch diesen Kreationen seine persönliche Note.
Am nächsten Tag verlassen wir Mallorca. Die Erinnerung an genussvolle Abende bleibt – ebenso wie die Neugier auf jene Gerichte, die wir im FERA und im YARA noch nicht probiert haben. Ein guter Grund, wiederzukommen.

Text von Sabrina Fröhlich

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