Hauptstadt

Mächtiger Berliner Clan-Boss will eigene Partei gründen

Männer in dunkler Kleidung geben sich bei einer Trauerveranstaltung im Freien die Hand.
© Getty Images
Clan-Patriarch Issa Remmo äußert sich in Berlin zu den Kriminalitätsvorwürfen gegen seine Familie, seinen Kontakten zur Politik und künftigen Vorhaben.
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Im noblen Hotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz stellt Clan-Patriarch Issa Remmo (58) seine Sicht auf die Vorkommnisse der vergangenen Jahre dar. Die deutsche Bild traf den mächtigen Clan-Chef. Während der Name der Großfamilie seit Jahren mit schwerer Kriminalität wie dem Diebstahl der 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017 sowie dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe 2019 verbunden wird, weist Remmo eine eigene Beteiligung von sich. Es handele sich dabei um seine Neffen und nicht um seine 13 Söhne. Remmo erklärt dazu: "Wenn einer bei Aldi oder Kaufland klaut, weil er Hunger hat, verstehe ich das. Aber das in Berlin und Dresden waren Kulturgüter. Ich bin dagegen."

Distanzierung von schweren Straftaten

Gegenüber der deutschen Bild greift Remmo den Berliner Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak (47) an, der wegen Kontakten zum Remmo-Umfeld in die Kritik geraten war. Remmo betont: "Hätte er gesagt: 'Ich kenne Issa', dann hätte man ihn für seine Ehrlichkeit respektiert. Aber Ferat Koçak lügt." Zudem widerspricht Remmo Angaben der Linken-Parteiführung, wonach man ihn von einer Wahlparty verwiesen habe: "Keiner hat mich weggeschickt. Ich habe da gefeiert. Sie sollen die Person zeigen, die mich weggeschickt hat". Ein von Remmos erstgeborenem Sohn Firas veröffentlichter Chatverlauf zeigt Nachrichten von Koçak wie "Respekt an Deinen Vater.", worauf Firas kommentierte: "Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team." Während Koçak angab, den Gesprächspartner nicht gekannt zu haben, erklärt Remmo: "Koçak kam zu mir ins Büro. Mehr als eine Stunde haben wir diskutiert. Nicht über Drogen und Waffen, sondern über Politik, Sozialismus und Enteignungen." Eine Anfrage dazu ließ Koçak unbeantwortet.

Widersprüchliche Aussagen zu Politikern

Bezüglich der 77 Immobilien, die behördlich beschlagnahmt wurden, meint Remmo zynisch: "Mit Enteignungen kenne ich mich ja aus". Die Familie geht juristisch gegen die Einziehungen vor. Seine finanzielle Geschichte führt Remmo auf seine Flucht vor dem libanesischen Bürgerkrieg 1983 mit 14 Brüdern nach West-Berlin zurück. Nach Jahren ohne Arbeitserlaubnis habe er mit einem Currywurst-Imbiss namens "Bei Papa" („120 Kilo Pommes am Tag!“) und einem Sicherheitsunternehmen Geld verdient. Heute lebe er "von Immobilien". Zur Herkunft der Mittel fragt er rhetorisch: "Wenn Deine Mutter Dir 150.000 Euro gibt, die sie ein Leben lang gespart hat, kannst Du dann nachweisen, wo genau dieses Geld herstammt?" Nach früherer Unterstützung für die CDU und die Linke ziehe er nun Konsequenzen aus den Vorwürfen: "Ich werde die Linke niemandem mehr empfehlen. Lügen haben kurze Beine. Ich habe nicht die Linke verloren, die Linke hat mich verloren."

Eigene Partei und Zukunftspläne

Neben Treffen mit Vertretern verschiedener Parteien – etwa auf einem Foto von 2024 mit dem ehemaligen DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel – kündigt Issa Remmo nun eigene politische Schritte an: "Bei der nächsten Wahl wähle ich mich selbst. Wenn ich den deutschen Pass bekomme, gründe ich meine eigene Partei." Die politische Vereinigung soll den Namen "Der Weg zum Licht" tragen. Dazu verspricht der Clan-Patriarch: "Ich werde mit dem Drogenhandel aufräumen, von Bremerhaven bis Hamburg. Und ich werde mit allen Parteien an einem Strang ziehen."

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