Kimi Antonelli steht in Mexiko vor dem größten Triumph seiner jungen Karriere – und muss ausgerechnet jetzt auf seine Gesundheit achten. Der 20-jährige Mercedes-Pilot reist nach seinem Sieg in Austin mit einer Viruserkrankung zum fünftletzten Formel-1-Rennen der Saison. Am Sonntag (21 Uhr, live auf ORF 1 und im Sport24-Liveticker) könnte er sich zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten krönen. Dafür reicht ihm bereits Platz neun. Antonelli selbst denkt allerdings nicht daran, seinen ersten WM-Titel mit einem Sicherheitslauf einzufahren.
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Mercedes schont seinen WM-Favoriten
Die Vorbereitung auf den Großen Preis von Mexiko beginnt für Antonelli mit einer Zwangspause. Weil er sich noch von einer Viruserkrankung erholt und nicht vollständig fit fühlt, wurde der Italiener am Donnerstag von den verpflichtenden Medienterminen befreit.
Ausgerechnet vor dem möglichen Titelgewinn ist damit offen, wie belastbar Antonelli am Wochenende sein wird.
Die WM-Rechnung ist eindeutig. Antonelli führt mit 123 Punkten Vorsprung auf Mercedes-Teamkollege George Russell und 124 Zählern auf Lewis Hamilton.
Schon Platz neun genügt dem Italiener, um die Weltmeisterschaft vorzeitig zu entscheiden. Gewinnt keiner seiner beiden Verfolger, könnte Antonelli sogar ohne eigene Punkte Weltmeister werden.
Für den 20-Jährigen wäre es ein historischer Triumph. Er würde Sebastian Vettel als jüngsten Formel-1-Weltmeister ablösen. Der Deutsche war bei seinem ersten Titel 2010 bereits 23 Jahre alt.
Zugleich könnte Antonelli als erster Italiener seit Alberto Ascari 1953 den Fahrertitel gewinnen.
Wolff ist sich zu 99,9 Prozent sicher
Mercedes-Teamchef Toto Wolff zweifelt kaum noch an der Krönung seines Schützlings. Die Titelwahrscheinlichkeit bezifferte der Österreicher auf "99,9 Prozent".
Dabei beeindruckt Wolff vor allem Antonellis Gelassenheit. Vor dem Start in Austin sei der junge Italiener in sein Büro gekommen und habe erklärt: "Dieses Rennen werde ich einfach genießen. Und ist das nicht lustig? Ich denke überhaupt nicht an die Meisterschaft."
Wolffs Antwort: "Behalte genau diese Einstellung bei. Du hast den besten Job der Welt. Vergiss das nicht."
Für den Mercedes-Boss ist genau diese Haltung eine der großen Stärken seines Fahrers.
Antonelli will den Titel mit einem Sieg
Wer deshalb in Mexiko einen vorsichtigen Antonelli erwartet, könnte sich täuschen. Der Italiener hat in 18 Saisonrennen nur zweimal die Top neun verpasst und will auch diesmal angreifen.
"Ich gehe mit derselben Einstellung heran: so viel Spaß wie möglich haben und hoffentlich um einen weiteren Sieg kämpfen", erklärte er.
Und fügte hinzu: "Am besten wäre es, ganz oben abzuschließen. Das ist das Ziel."
Die Strecke im Autódromo Hermanos Rodríguez verlangt den Fahrern allerdings einiges ab. Auf 2.285 Metern Seehöhe ist die Luft dünner, was die Kühlung von Motor und Bremsen erschwert. Gleichzeitig ermöglicht der geringere Luftwiderstand hohe Geschwindigkeiten.
Perez feiert 300. Rennen vor Heimfans
Nicht nur Antonelli hat in Mexiko Grund zum Feiern. Sergio Perez bestreitet vor seinem Heimpublikum seinen 300. Formel-1-Grand-Prix.
Der 36-Jährige kehrte nach einer Saison Pause mit Cadillac in die Königsklasse zurück. Erst am Mittwoch verlängerte der US-Rennstall seinen Vertrag bis Ende 2029.
"Es muss schon viel zusammenkommen, damit man sein 300. Rennen ausgerechnet zu Hause fährt", sagte Perez.
Dazu kommt die besondere Atmosphäre rund um den Día de los Muertos, den mexikanischen Tag der Toten. Die Stadt feiert mit farbenfrohen Dekorationen und traditionellen Veranstaltungen.
Auch sportlich könnte das Wochenende weitere Entscheidungen bringen. Mercedes hat die Chance auf den Konstrukteurstitel, benötigt dafür allerdings ein nahezu perfektes Ergebnis und einen Rückschlag von Ferrari. Max Verstappen wiederum hat fünf der vergangenen acht Rennen in Mexiko gewonnen.
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