Mehrere Unfälle
Hirnblutung nach Horror-Fahrt! Freizeitpark schließt Achterbahn
Die Vorfälle ereigneten sich im Juli im Abstand von nur sechs Tagen. Pamela Guillén (40) aus Hawaii und Naomi Greer-Wilkinson (25) aus Los Angeles verloren während beziehungsweise nach der Fahrt das Bewusstsein und mussten notoperiert werden.
Guillén erwachte laut US-Berichten nach zwei Wochen aus einem künstlichen Koma. Sie muss derzeit grundlegende Fähigkeiten wie Gehen und Sprechen neu erlernen. Greer-Wilkinson liegt weiterhin im Koma.
Bei beiden Frauen wurden schwere Hirnverletzungen festgestellt. Die Fahrt mit der X2, die Geschwindigkeiten von bis zu 122 km/h erreicht, steht nach Angaben aus den US-Berichten im Zusammenhang mit den Verletzungen.
Achterbahn sorgt seit Jahren für Schlagzeilen
Die X2 wurde 2002 eröffnet und gilt als besondere Art von 4D-Achterbahn. Die Sitze können sich unabhängig von der Schiene um 360 Grad drehen. Dadurch erleben die Fahrgäste unter anderem Fahrten kopfüber und rückwärts.
Immer wieder kam es im Zusammenhang mit der Attraktion zu schweren Verletzungen. Laut CNN wurden mehr als ein Dutzend Vorfälle mit Verletzungen an Kopf und Nacken bekannt.
Auch zwei Todesfälle werden mit der Achterbahn in Verbindung gebracht. 2010 starb die alleinerziehende Mutter Hilda Farias nach einer Fahrt. Ärzte stellten später eine Gehirnanomalie fest, die nach damaligen Angaben durch die Intensität der Fahrt verursacht worden sein soll.
2022 starb der 22-jährige Student Christopher Hawley Stunden nach einer Fahrt an einer Hirnblutung infolge einer stumpfen Kopfverletzung. Seine Familie verklagt den Betreiber und macht das Design der Achterbahn für seinen Tod verantwortlich.
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Experte sieht Sicherheitslücken
Der Fahrsicherheitsexperte Brian Avery von der University of Florida hält die bisherigen Sicherheitsstandards für nicht ausreichend. Diese seien zwar ein "guter Ausgangspunkt", würden aber wichtige Faktoren wie die Bewegung des Kopfes oder den Sitzplatz des Fahrgastes nicht ausreichend berücksichtigen.
Auch die Frage, ob der Kopf eines Fahrers während der Fahrt gegen die Rückenlehne schlägt, könne eine Rolle spielen.
Six Flags weist dagegen darauf hin, dass die bei der Fahrt auftretenden Kräfte bei ordnungsgemäßer Nutzung nicht ausreichen sollten, um bei einem gesunden Fahrgast Hirnverletzungen zu verursachen. In einem Fall machte der Betreiber laut Gerichtsunterlagen Fahrlässigkeit für eine Verletzung verantwortlich.
Park hält Unfallberichte zurück
Vor Gericht setzte Six Flags außerdem durch, dass Erste-Hilfe- und medizinische Berichte zu den Vorfällen vertraulich bleiben. Der Freizeitpark argumentierte unter anderem, man wolle eine "sensationelle Medienberichterstattung" vermeiden, durch die die X2 als gefährlich dargestellt werde.
Nach den jüngsten Vorfällen bleibt die Achterbahn nun geschlossen. Kalifornische Behörden untersuchen die Fälle.
Der Vater der weiterhin im Koma liegenden Naomi Greer-Wilkinson erhebt schwere Vorwürfe gegen den Park. Six Flags habe "eine Menge zu verantworten", sagte er. Besonders kritisierte er, dass die Attraktion nach dem ersten Vorfall zunächst weiter betrieben wurde.
Ein Sprecher des Freizeitparks erklärte lediglich: "Die Fahrt bleibt zu diesem Zeitpunkt geschlossen."
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