Bricht zweiter Damm?

Himalaya-Katastrophe wird immer schlimmer

Bagger räumen Schlammmassen zwischen beschädigten Häusern nach Überschwemmung in Nepal.
© APA/AFP/ARUN SANKAR
Videoaufnahmen zeigen Arbeiter auf der Flucht vor einer Flutwelle. Ein Gletscherabbruch in Nepal löste am Mittwoch eine verheerende Katastrophe mit zahlreichen Toten und Vermissten aus.
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Verantwortliche sprechen von einer Zerstörung jenseits aller Vorstellungskraft. Ein Gletscherabbruch in der Region Rasuwa löste am Mittwoch einen sogenannten "Tsunami aus dem Himmel" aus. Die Wassermassen erreichten Höhen von bis zu 200 Metern. Bislang wurden mindestens 289 Tote bestätigt, während knapp 1.500 Menschen als vermisst gelten. Unter den Vermissten befinden sich laut dem Tourismusverband des Landes auch 644 Touristen, darunter 33 britische Staatsbürger.

Ein teilweise im Schlamm versunkenes Haus nach einer Überschwemmung in Trishuli, Nepal, mit Baum.
© Getty Images
Satellitenbild von Bidur, Nepal, mit Flussverlauf und umgebendem grünen Hügelland.
© APA/AFP/2026 Planet Labs PBC/-

Hohes Risiko durch Erdrutschdamm

Chinesische Behörden meldeten am Donnerstag, dass sich an der Mündung des Tsogyal-Flusses und des Purupqiangzangbu-Flusses ein massiver Erdrutschdamm gebildet hat. Schlamm, Gestein und Trümmer blockieren dort den Wasserfluss. Es besteht die akute Gefahr eines Dammbruchs, was die Furcht vor einer zweiten Flutwelle verstärkt. Am Donnerstagmorgen erreichte das geschätzte Wasservolumen im aufgestauten See bereits zwei Millionen Kubikmeter, woraufhin der See überlief. In den kommenden drei Tagen werden weitere drei Millionen Kubikmeter Wasser erwartet.

Viele Menschen stehen und sitzen auf einer verschlammten Fläche nach einer Überschwemmung.
© Getty Images

Experten warnen vor Folgegefahren

Der Geologe Bishal Nath Upreti von der Tribhuvan-Universität in Kathmandu bezeichnete das Ereignis am Mittwoch als eine der größten Katastrophen in Nepal. Nach seinen Angaben wurden bei dem Abbruch rund 20 Millionen Kubikmeter überschüssiges Wasser freigesetzt. Experten des Internationalen Zentrums für integrierte Bergentwicklung warnen vor weiteren Überflutungen, da enorme Trümmerstmengen die Flusssysteme blockieren könnten. Derzeit wird untersucht, ob der Fluss Trishuli an engen Stellen zeitweise aufgestaut wurde, was das Risiko einer erneuten Sturzflut erhöht.

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