Wedgewood Polling räumte ein, dass die meisten seiner veröffentlichten Daten erfunden waren. Selbst die renommierte "New York Times" hatte Ergebnisse des vermeintlichen Instituts übernommen und inzwischen 15 falsche Erhebungen aus ihrer Umfragensammlung entfernt.
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Aufgeflogen war der Fall, nachdem der Umfrageaggregator FiftyPlusOne Zweifel an den Daten geäußert und das Institut um eine Stellungnahme gebeten hatte. Daraufhin veröffentlichte Wedgewood Polling in sozialen Medien ein mittlerweile gelöschtes Statement, in dem die Verantwortlichen die Manipulation zugaben. Ihre Erklärung: Es habe sich um ein Experiment gehandelt. Sie wollten testen, wie leicht ein vollständig erfundenes Meinungsforschungsinstitut Fuß fassen und von Medien ernst genommen werden könne.
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Demokraten toben
Die Folgen waren offenbar weitreichender als erwartet. Die demokratische Politikerin Mallory McMorrow machte die gefälschten Zahlen mitverantwortlich für ihr Scheitern bei den Vorwahlen in Michigan. Nachdem sie in einer Umfrage von Wedgewood Polling nur einen einstelligen Prozentwert erreicht hatte, seien die Spenden für ihre Kampagne versiegt. Auch Freiwillige seien entmutigt worden. Auf X schrieb sie: "Es hat uns umgebracht."
Wedgewood Polling war erstmals im Juni in Erscheinung getreten. Bereits im Juli gab es Hinweise auf fehlerhafte Ergebnisse. Dennoch verbreitete das angebliche Institut weitere Umfragen, deren Zahlen deutlich von anderen Erhebungen und tatsächlichen Resultaten abwichen.
Der Fall zeigt, wie schnell erfundene Daten im politischen Wettbewerb an Glaubwürdigkeit gewinnen können – und wie stark sie den Wahlkampf beeinflussen, wenn Medien und Kampagnenteams ihnen vertrauen.
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