Die Viennale 2026 ist zu Ende. Nach 13 Festivaltagen bog Österreichs größtes Filmfestival mit der Verleihung der Preise und einem leichten Plus bei den verkauften Tickets auf die Zielgerade ein. Bei der feierlichen Abschlussgala des cineastischen Hochamts im Wiener Gartenbaukino verabschiedete Direktorin Eva Sangiorgi die Viennale-Gemeinde mit "Loneliest Man in Town" des Regieduos Tizza Covi und Rainer Frimmel - nachdem traditionell zuerst die Formalitäten erledigt wurden.
Wiener Filmpreis an "Everytime"
Und auch wenn die Viennale keinen offiziellen Wettbewerb hat, bleibt der Preisregen beim Festival nicht aus. So wurde im Rahmen der Abschlussgala wieder der von der Stadt gestiftete, 11.000 Euro plus Hotelleistungen schwere Wiener Filmpreis für eine aktuelle, heimische Produktion verliehen. Dieser ging heuer an Sandra Wollners Erfolgsfilm "Everytime". Das Werk über Trauer mit Birgit Minichmayr in der Hauptrolle ist eine zu gleichen Teilen von Österreich und Deutschland finanzierte Koproduktion, die für Deutschland heuer ins Auslandsoscarrennen geht.
"Der Regisseurin gelingt es, mit Vorstellungen davon zu brechen, wie Trauer und Verlust auf und jenseits der Leinwand auszusehen haben. Hier gibt es keinen Voyeurismus und keine Melodramatik, stattdessen leise Momente, unausgesprochene Gefühle, ungelebte Zukunftsvisionen", begründete Kuratorin Astrid Peterle für die Jury die Ehrung.
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Ehrungen für den Eröffnungsfilm
Der mit 10.000 Euro dotierte Erste Bank Filmpreis hingegen, der ebenfalls einem österreichischen Film gewidmet ist, wurde dem nur 21-minütigen Eröffnungswerk des heurigen Festivals, Johann Lurfs visuellem Essay "Forever...Forever", und damit einem Experimentalfilm zugesprochen. Über den vom "Standard" organisierten Publikumspreis an ein Werk aus dem Festival, das noch keinen Verleih in Österreich hat, kann sich indes das Duo Peter Badel und Chris Wright für "Übergang" freuen, einer Hommage an den verstorbenen Thomas Heise. Hier gibt es Anzeigenvolumen im Wert von 25.000 Euro.
Und zu guter Letzt vergab auch wieder der Verein der internationalen Filmkritik seine Ehrung. Der FIPRESCI-Preis an herausragende Nachwuchsfilmschaffende wurde dabei Marie-Clémentine Dusabejambo für "Ben'imana" über den Genozid in Ruanda zugesprochen. "Es ist nicht nur ein bemerkenswertes Debüt. Eine junge, noch immer im Aufbau begriffene Filmkultur gewinnt hier eine eigenständige Stimme", zollte Marietta Steinhart als Jurysprecherin dem geehrten Werk ihren Respekt.
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