Zahlungsverhalten

Digitale Karte holt auf, Bargeld bleibt beliebt

© Getty Images
Immer mehr Österreicher:innen hinterlegen ihre Bankkarte am Smartphone oder der Smartwatch. Dennoch bleibt Bargeld für die große Mehrheit unverzichtbar.
OE24 auf Google bevorzugen

Die Digitalisierung des Bezahlens schreitet in Österreich weiter voran. Laut einer aktuellen Bargeldstudie 2026 von Global Payments (durchgeführt vom Marktforschungsinstitut INTEGRAL und ausgewertet von SENSOR Marktforschung), die gemeinsam mit der Erste Bank und Sparkasse durchgeführt wurde, haben bereits 38 Prozent der Bevölkerung ihre Bankkarte auf dem Smartphone oder der Smartwatch gespeichert. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Seit Beginn der Erhebungsreihe im Jahr 2022 hat sich der Anteil damit mehr als verdoppelt. Besonders verbreitet ist die digitale Karte bei Menschen, die überwiegend mit Karte bezahlen. In dieser Gruppe nutzen bereits 63 Prozent ihr Smartphone oder ihre Smartwatch zum Bezahlen. Aber auch unter den vorwiegenden Barzahlern steigt die Akzeptanz digitaler Zahlungsmethoden.

Angela Knötzl, Country Managerin Österreich bei Global Payments © Global Payments/Manuel Peric

Handel reagiert auf veränderte Erwartungen

Parallel zur steigenden Nutzung wächst auch die Zahl der Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe, die Kartenzahlungen akzeptieren. Selbst kleinere Unternehmen wie Trafiken, Friseursalons, Kaffeehäuser oder Bäckereien bieten zunehmend bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten an. "Wer heute noch kein bargeldloses Bezahlen anbietet, lässt sich Umsatz an der Kassa entgehen", sagt Angela Knötzl, Country Managerin Österreich bei Global Payments. Die Kundschaft erwarte zunehmend die Möglichkeit, flexibel zwischen verschiedenen Zahlungsformen wählen zu können.

Bargeld bleibt fest verankert

Trotz des Digitalisierungstrends bleibt Bargeld für viele Menschen unverzichtbar. Laut Studie zahlen 19 Prozent der Österreicher weiterhin ausschließlich bar. Für 88 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass Bargeld erhalten bleibt. Nur drei Prozent stehen dem Zahlungsmittel negativ gegenüber. Besonders hoch ist die Bargeldpräferenz bei Menschen über 70 Jahren sowie bei Personen mit niedrigerem Bildungsniveau. Jüngere Menschen setzen dagegen deutlich stärker auf Kartenzahlungen: Bei den 16- bis 29-Jährigen bezahlt bereits mehr als die Hälfte überwiegend oder fast ausschließlich mit Karte. Auch die private Bargeldreserve bleibt hoch. Rund 30 Prozent der Befragten bewahren mehr als 300 Euro zuhause auf.

Zwei Welten beim Bezahlen

Die Studie zeigt zudem eine zunehmende Polarisierung zwischen Bar- und Kartenzahlern. Menschen, die hauptsächlich mit Karte bezahlen, empfinden die Bargeldbeschaffung immer häufiger als umständlich. Für viele gilt Bargeld mittlerweile als altmodisch. Fast jede bzw. jeder Zweite in dieser Gruppe hat zudem das Gefühl, zu oft unfreiwillig bar zahlen zu müssen. 71 Prozent würden zusätzliche Möglichkeiten zur Kartenzahlung als Erleichterung empfinden. Wer hingegen bevorzugt Bargeld nutzt, bewertet die Situation meist genau umgekehrt.

Wahlfreiheit bleibt zentrales Anliegen

Ertan Piskin, Zahlungsverkehrsexperte der Erste Bank. © Erste Bank

Für die Erste Bank steht die freie Wahl der Zahlungsart im Mittelpunkt. Zahlungsverkehrsexperte Ertan Piskin verweist auf die zunehmende Verbreitung digitaler Wallets wie Apple Pay und Google Pay. "Mit der zunehmenden Verbreitung von digitalen Wallets wie Apple Pay und Google Pay hat sich das Bezahlverhalten vieler Menschen nachhaltig verändert. Das Smartphone ist für die meisten Kunden ständig griffbereit und wird immer öfter auch zum bevorzugten Zahlungsmittel. Dadurch gewinnt die flächendeckende Akzeptanz bargeldloser Zahlungen im Alltag weiter an Bedeutung", sagt Ertan Piskin, Zahlungsverkehrsexperte der Erste Bank. Gleichzeitig steht für die Erste Bank die Wahlfreiheit der Kund:innen im Mittelpunkt: "Unser Ziel ist es, dass jede und jeder so bezahlen kann, wie sie oder er möchte – mit Bargeld, Karte oder Smartphone. Ebenso wichtig ist, dass diese Zahlungsmöglichkeiten möglichst überall zur Verfügung stehen."Das Smartphone werde für viele Menschen immer öfter zum bevorzugten Zahlungsmittel. Zugleich sei es wichtig, dass Kunden weiterhin zwischen Bargeld, Karte und Smartphone wählen können. Digitale Angebote wie die George-App sollen dabei für Transparenz, Kontrolle und Sicherheit sorgen. Transaktionen können in Echtzeit verfolgt, Karten verwaltet oder bei Bedarf gesperrt werden.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden