Deutschland im "faschistischen Schock", titelte am Montag die große linke französische Zeitung Libération. Von Frankreich bis in die USA schauen viele fast schaudernd auf den Wahltriumph der AfD in Sachsen-Anhalt. Eine Partei, die laut deutschem Verfassungsschutz in diesem ostdeutschen Land als "gesichert rechtsextrem" gilt. Königsmacher eines potenziell ersten AfD-Ministerpräsidenten könnte just die linksradikale Truppe von Sahra Wagenknecht werden.
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Doch wieso siegte die AfD so klar?
Die Flüchtlingskrise 2015 war zu viel für viele Deutsche (und Österreicher) und wurde naiv gehandhabt. In Deutschland gab es in Teilen von West-Berlin bereits in den 2000er Jahren massive Integrationsprobleme. Im ehemaligen Osten überließ man Teile der Jugend oft radikalen Parteien. Die multiplen Krisen der vergangenen Jahre – von Corona über Krieg in der Ukraine bis Teuerung – waren Brandbeschleuniger. Neben identitären Verdrängungsängsten geht es um leistbares Leben. CDU und SPD geben ebenso wie ÖVP und SPÖ zu wenig Antworten darauf. Das und nicht irgendwelche Brandmauern wird Radikale weiter befeuern. Merz irrt, wenn er glaubt, dass nur die Grundfeste der CDU erschüttert seien. Es geht an die Grundfeste Deutschlands.
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