Nach Festnahmen

Anschlags-Verdacht: Spionage-Thriller in Wien

Spionage-Thriller in Wien.
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In der Bundeshauptstadt sorgt ein brisanter Spionagefall für höchste Alarmbereitschaft bei den Sicherheitsbehörden. Ermittler prüfen nach mehreren Festnahmen konkrete Hinweise auf eine gezielte Operation von ukrainische Operation auf Wiener Boden.
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Der Wiener Staatsschutz (LSE) stieß im September bei einer Überprüfung auf Viktor T., einen hochrangigen Abteilungsleiter der berüchtigten ukrainischen "Artan"-Einheit. Dieser behauptete gegenüber den Beamten, sich lediglich zu privaten Urlaubszwecken in Wien aufzuhalten. Was mit einer Kontrolle im noblen Wiener Luxushotel Park Hyatt begann, hat sich laut einem KURIER-Bericht zu einem handfesten Kriminalfall entwickelt.

Nur wenige Wochen später folgte der Zugriff der Exekutive: Am 5. Oktober klickten für zwei Untergebene von Viktor T. die Handschellen. Die Ermittler stellten bei den Männern professionelles Spionage-Equipment sicher, darunter hochauflösende Kameras und GPS-Tracker zur lückenlosen Überwachung von Zielpersonen. Im Zentrum der verdeckten Observation stand offenbar der frühere ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Kravtschenko, der sich nach Wien abgesetzt hatte.

Am 7. Oktober meldete sich Viktor T. überraschend bei der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) und gab an, zwei seiner Mitarbeiter zu vermissen. Bereits im Juli sollen sich Angehörige der Spezialeinheit in Wien aufgehalten und gemeinsam mit dem Kameramann des bekannten Investigativ-Journalisten Mychajlo Tkatsch ein Mietfahrzeug angemietet haben.

Festnahme am Margaretengürtel

Am 8. Oktober stoppten Einsatzkräfte Tkatsch und seinen Kameramann vor einer roten Ampel am Wiener Margaretengürtel und zogen beide direkt aus dem Wagen. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte mittlerweile ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen vier Personen wegen des dringenden Verdachts der Spionage. Zwei Geheimdienstmitarbeiter, Tkatsch sowie sein Kameramann befinden sich in Untersuchungshaft.

Die 2022 ins Leben gerufene Artan-Gruppe des Militärgeheimdienstes HUR gilt keineswegs als klassische Aufklärungstruppe. Ihr Aufgabengebiet umfasst gezielte Kommandoaktionen hinter den feindlichen Linien sowie mutmaßlich die Ausschaltung abtrünniger Landsleute. Ermittler und Beobachter stellen sich nun die Frage, ob die Observation in Wien als unmittelbare Vorbereitung für ein tödliches Attentat auf Kravtschenko diente.

Besteht eine Verbindung zu dem Anschlag in Monaco?
Besteht eine Verbindung zu dem Anschlag in Monaco? © AFP

Kravtschenko selbst äußerte sich in einem Posting besorgt über die Vorgänge. Er habe bereits im September Warnungen erhalten, wonach ein Kommando auf ihn angesetzt worden sei, um Gewalttaten gegen ihn zu verüben. Kravtschenko verweist dabei explizit auf Vorfälle in Monaco. Damals detonierte eine Rucksack-Bombe im Fürstentum. Ziel soll der ukrainische Oligarch Wadym Jermolajew gewesen sein, der den Anschlag überlebte. Eine unbeteiligte Frau verlor bei dem Attentat allerdings ihre beiden Beine.

War Tkatsch in Monaco?

Kravtschenko betonte, der Journalist Tkatsch sei unmittelbar am Vortag des Bombenanschlags in Monaco gewesen. Tkatsch hatte zuvor Berichte über das sogenannte "Monaco-Bataillon" wohlhabender Exil-Ukrainer veröffentlicht.

Im Visier der Ermittlungen taucht zudem ein weiterer Verdachtsmoment auf: Ein ukrainischer Geschäftsmann soll billige Drohnenteile in Asien beschafft und zu überhöhten Preisen an den ukrainischen Staat weiterverkauft haben. Kravtschenko hatte vor seiner Abreise nach Wien Razzien gegen den Mann beantragt.

Der Händler residierte monatelang in einer 320 Quadratmeter großen Luxusimmobilie samt Pool in der Wiener Innenstadt und wickelte Treffen im Park Hyatt ab. Kürzlich übersiedelte er mit seiner Gattin in ein Anwesen nahe der Donau. Ob eine direkte Verbindung zu den Spionageaktivitäten besteht oder es sich um einen Zufall handelt, ist Gegenstand laufender Prüfungen. Tkatsch ließ Medienanfragen bisher unbeantwortet, Kravtschenko lehnte weiterführende Stellungnahmen ab.

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