Vermieter dagegen

Stadt prüft Verschärfungen für Airbnb & Co.

Schwarzer Koffer mit Strohhut steht in einem Wohnzimmer mit Pflanzen und Holzmöbeln.
© Getty Images
Der Verband der Apartmentvermieter (VDAV) hat sich am Montag gegen weitere Verschärfungen im Bereich der Kurzzeitvermietungen in Wien ausgesprochen.
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Vertreter kritisierten, dass es kaum valide Zahlen gebe. Kolportierte Daten würden ein falsches Bild zeichnen, ist man überzeugt. Das geplante Vermieter-Register wird begrüßt. Die verschiedenen Angebote dürften aber nicht in einen Topf geworfen werden, heißt es. Generell wehrt man sich dagegen, als "Sündenbock" dazustehen.

"Wir wünschen uns eine ehrliche Debatte, die sehen wir derzeit noch nicht", beklagte VDAV-Vorstandsmitglied Felix Gradinaru in einer Pressekonferenz. So gebe es keine aktuellen Zahlen darüber, wie viele Objekte über die bekannten Online-Plattformen vermietet würden. Immer wieder sei von 14.000 "Airbnb-Wohnungen" die Rede. Die reine Inseratenzahl sage aber nichts darüber aus, ob es sich um regelmäßig für touristische Kurzzeitvermietung genutzte Unterkünfte handle, erklärte Gradinaru.

Weniger Wohnungen als kolportiert

In diese Kategorie würden höchstens 4.000 bis 5.000 Wohnungen fallen, schätzt er. Denn ein großer Teil betreffe auch die Vermietung von Apartments an Geschäftsleute, Monteure oder Studierende. Auch zu Umwidmungen in gewerblich genutzte Wohnungen sei wenig bekannt, wird bekrittelt. Vorliegen würden nur allgemeine Widmungsdaten zu Beherbergungsbetrieben. Dazu würden auch Umbauten in Hotels oder die Umwandlung von Erdgeschoß-Lokalen in Apartments gehören.

Für Verschärfungen gebe es also keine Grundlage, zeigte sich VDAV-Sprecher Marcel Wegscheider überzeugt. Die Kurzzeitvermietung gehe weit über das touristische Angebot hinaus. "Wir haben das Gefühl, es wird sehr viel gebasht", sagte er. Der Vorwurf laute etwa, dass man Wohnungen dem Markt entziehe und für steigende Mieten sorge. Die Auswirkungen seien bei einer Zahl von höchstens 5.000 aber wohl kaum relevant, befand er. Wohnungen würden außerdem auch in Kanzleien oder für vergleichbare Nutzungen umgewidmet.

Der Verband spricht sich dafür aus, dass die Regelungen für Kurzzeitüberlassung nur mehr für eine Mietdauer von höchstens 28 Tagen pro Aufenthalt gelten. Alles andere, also etwa Dienstwohnungen, decke ein legitimes Wohnbedürfnis ab, ist man überzeugt. Der Bereich solle darum ausgenommen werden. Auch bei der Ortstaxe soll es hier Erleichterungen geben, verlangt man.

Registrierungspflicht für Vermieter wird begrüßt

Dass sich Wien als erstes Bundesland die Möglichkeit einer Registrierungspflicht für Vermieter nutzen wird, wurde heute begrüßt. Denn man stehe für Transparenz. Wenn ohne Registrierungsnummer kein Inserat mehr online gehe, werde man künftig auch über entsprechende Daten verfügen. Doch auch hier fordert der Verband, systematisch zu unterscheiden, wer etwa längerfristig vermiete oder wer nur kurz seine eigene Wohnung mit jemand anderem teile.

Allfällige neue Regeln sollten jedenfalls erst nach Umsetzung des Registers in Erwägung gezogen werden, betonten die Apartment-Vertreter. Deren Verband vertritt laut eigenen Angaben kleinere Eigentümer, die oft nur über eine oder zwei Wohnungen verfügen. Diese würden oft auch als Pensionsvorsorge dienen, erklärte Wegscheider. Leben könnten von der Vermietung nur wenige, zeigte er sich überzeugt.

Die Erträge seien geringer als der Blick auf die Preise in den Portalen vermuten ließe. Von diesen sei nämlich auch noch Provision zu zahlen. Auch Kosten wie Strom würden bei dieser Form der Weitergabe nicht die Nutzer übernehmen, sondern die Vermieter. Wie der Verband erläuterte, sind die Zahlen zudem bereits gesunken. Die Übernachtungen in Wiener Ferienunterkünften - also ohne Hotels - sind demnach zuletzt um rund 5 Prozent zurückgegangen.

Ludwig: Weitere Maßnahmen werden geprüft

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hob in einer Reaktion hervor, dass der Tourismus ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor sei, der auch erheblich zur Wertschöpfung beitrage. "Gleichzeitig ist Wien aber in erster Linie das Zuhause von mehr als 2 Mio. Menschen. Wohnungen sind zum Wohnen da. Deshalb ziehen wir dort eine klare Grenze, wo regulärer Wohnraum dauerhaft dem Wohnungsmarkt entzogen und zum Geschäftsmodell für professionelle Kurzzeitvermietung wird", hielt Ludwig in der Stellungnahme fest.

Er bestätigte, dass derzeit geprüft werde, wie die Regeln für die touristische Kurzzeitvermietung weiter verschärft werden könnten. Und er verwies auf die bereits gesetzten Maßnahmen, also etwa die grundsätzliche Beschränkung auf 90 Tage. Das angekündigte Register soll laut Ludwig noch heuer kommen. Dieses solle auch die Plattformen stärker in die Verantwortung übernehmen.

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