Gegen Sturm

4:3! Bullen jubeln bei Tor-Wahnsinn in Graz als Letzter

ABD0068_20261108 - GRAZ - ÖSTERREICH: Jubel bei Salzburg nach dem 3:4 durch Jesper Lindstrom (Red Bull Salzburg /mitte) während der Admiral Bundesliga- Begegnung/12. Runde zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und Red Bull Salzburg am Sonntag, 08. November 2026, im Stadion Graz-Liebenau in Graz. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
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Es war ein Bundesliga-Spiel für die Ewigkeit, das sich eigentlich keinen Verlierer verdient hat! Mit offenem Visier, auf Augenhöhe und mit Traumtoren siegte schlussendlich Salzburg bei Sturm Graz.
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Die Bullen durften sich gleich über einen Traum-Einstand freuen – und wie! Der junge Bartosz Mazurek tankte sich links durch, seine flache Flanke zauberte Haris Tabakovic per linker Ferse ins Tor (5.). Es war sein zehntes Saisontor.

ABD0034_20261108 - GRAZ - ÖSTERREICH: von links Joshua Quarshie (Sturm Graz), Haris Tabakovic (Red Bull Salzburg) und Paul-Friedrich Koller (Sturm Graz) beim Tor zum 0:1 während der Admiral Bundesliga- Begegnung/12. Runde zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und Red Bull Salzburg am Sonntag, 08. November 2026, im Stadion Graz-Liebenau in Graz. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
Per Ferserl brachte Tabakovic sein Team in Front © APA/ERWIN SCHERIAU

Kurz danach jubelten die Gäste gleich noch einmal, nach einem korrekten Abseitspfiff ging der Treffer von Leandro Morgalla aber zurück (8.).

Diakité egalisiert Bundesliga-Rekord

Die Grazer fanden aber eine schnelle Antwort. Zuerst knallte Oumar Diakité per Kopf an die Latte, Jürgen Heil hielt den Angriff am Leben und fand erneut den Ivorer, der diesmal einköpfte (15.). Erst der VAR entschied aber, dass der Ball hinter der Linie war.

Und weil Diakité so unglaublich in Form ist, legte er sofort nach. Jon Gorenc Stankovic fand den Stürmer sehenswert, dessen leichter, aber präziser Abschluss ging genau ins lange Eck (18.). Spiel gedreht!

ABD0042_20261108 - GRAZ - ÖSTERREICH: von links Oumar Diakite (Sturm Graz), Jacob Peter Hödl (Sturm Graz) und Leandro Morgalla (Red Bull Salzburg) während der Admiral Bundesliga- Begegnung/12. Runde zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und Red Bull Salzburg am Sonntag, 08. November 2026, im Stadion Graz-Liebenau in Graz. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
Oumar Diakité wollte gegen den Ex-Klub nicht jubeln © APA/ERWIN SCHERIAU

Es war sein neuntes Bundesliga-Tor im siebten Spiel. Das gab es in der Liga-Historie erst einmal: Oliver Bierhoff 1990 für Austria Salzburg.

Youngster Mazurek glänzt

Weil beide Teams heute aber auf Tore eingestellt waren, fiel innerhalb der ersten halben Stunde erneut der Ausgleich. Ein perfekter Pass von Mazurek in den Lauf von Leandro Morgalla, der JP Hödl weg- und mit dem nächsten Kontakt den Ball einschob, ließ die Gäste jubeln (29.).

Wie hitzig die Partie war, zeigte auch Danny Röhl, denn der Salzburg-Coach sah nach nur 32 Minuten die Rote Karte. Seine Kritik am Schiedsrichter nach einem ausbleibenden Pfiff fiel zu extrem aus.

Beide gehen etwas vom Gaspedal

Bis zum Pausenpfiff verlief die erste Halbzeit dann ohne weiteren Torjubel. Im Maßstab dieses Krachers direkt langweilig. Tatsächlich spielten aber beide mit offenem Visier, sehr zur Freude der Fans und Zuseher.

Im zweiten Abschnitt schlossen diese aber beide wieder ein wenig, es waren die Gastgeber die etwas mehr auf Sieg spielten. Dennoch waren es die Bullen, die erneut in Führung gingen.

Ein blitzsauberer Konter kam über Yorbe Vertessen zu Damir Redzic, der mit einer Finte seinen Gegenspieler ins Leere rutschen ließ und dann eiskalt einnetzte (67.). Die Bullen ließen ihre individuelle Qualität einmal mehr aufblitzen.

Beide Torhüter mit einem Patzer

Aber auch diesmal fanden die Grazer eine Antwort, aber nur mit kräftiger Mithilfe von Torhüter Christian Zawieschitzky. Der 19-Jährige kam halbherzig für einen weiten Ball, den Gorenc Stankovic dann spekulativ über den Torhüter in den Kasten köpfte (70.).

Doch auch sein Gegenüber sah nicht gut aus: Nach einem schönen Solo zog Kasper Lindström in den Strafraum, wo ihm Ammar Helac das kurze Eck aufmachte, was der Däne sofort ausnutzte (74.).

Sturm verliert Anschluss nach oben

Bis zum Schluss drängte das Team von Fabio Ingolitsch auf den nächsten Ausgleich, diesmal sollte er aber nicht mehr gelingen.

Damit rücken die Salzburger wieder drei Punkte an Leader Rapid heran, während die Grazer nun hinter Hartberg auf Platz fünf abrutschten. Sechs Punkte trennen sie vom unteren Playoff.

Die Stimmen:

Fabio Ingolitsch (Sturm-Trainer): "Es tut einfach nur weh, weil die Jungs so viel geben. Sie leisten mit dieser schwierigen Kadersituation extrem viel. Dass du dann so Basisdinge nicht auf den Platz kriegst, ist superschade. Wir haben ein ganz klares Thema: Das ist die Duellführung. Wir haben zu kindlich verteidigt. Die Salzburg-Spieler sind teilweise wie im Slalom vorbeigelaufen, wir waren wie Hydranten - inakzeptables Abwehrverhalten. Man hat gesehen, dass wir um nichts schlechter sind als Salzburg, dass wir so eine Partie zuhause locker gewinnen können. Aber wir haben leider vom Donnerstagspiel, wo wir uns auch schon die Butter vom Brot nehmen ließen, nichts gelernt."

Danny Röhl (Salzburg-Trainer): "Ich habe einen fantastischen Auftritt meiner Mannschaft gesehen. Sturm in Graz ist unangenehm, das ist nie einfach. Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Am stolzesten macht mich, dass wir am Ende wie Männer verteidigt haben. Du siehst am Freitagabend ein Rapid, die vorlegen und auf sechs Punkte weggehen. Und wir schaffen es zum wiederholten Male konstant unsere Punkte zu holen. Rapid spielt eine hervorragende Saison und kommt trotzdem nicht weg, wir fahren im Windschatten mit. Mal schauen, wie lange dieses Duell so geht. Vier Siege aus den vier Topspielen ist eine Ansage."

Zu seiner roten Karte: "Ich habe mich beim Schiedsrichter entschuldigt, darf mir nicht passieren, dass ich die Coachingzone verlasse. Die Wortwahl war emotional, es war ein emotionales Fußballspiel."

Jon Gorenc Stankovic (Sturm-Kapitän): "Wir kriegen zu leichte Tore und dann ist es schwer, das immer wieder zu korrigieren. Wir sind selber schuld. Wir müssen nur besser verteidigen, dann schießt Salzburg heute keine Tore. Wir müssen uns nicht auf die Tabelle fokussieren, aber wir haben ganz andere Probleme. Die Pause kommt gut, unser Tank ist leer."

Jesper Lindström (Salzburg-Torschütze): "Es ist wichtig, mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause zu gehen. Sturm spielt einen intensiven Fußball, sie machen das gut. Am Ende haben wir einfach das eine Tor mehr erzielt. Die drei Punkte sind sehr wichtig, um vorne dabei zu bleiben."

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