Streit um Wasser
VPNÖ: SPÖ soll Genossen bei Dürrehilfe wachrütteln
"Wir als Land werden die Finanzierung sicher nicht übernehmen", stellt VPNÖ-Landwirtschaftsprecher Richard Hogl klar. Niederösterreich setze stattdessen seit Jahrzehnten auf Hausverstand: Ein Drittel aller Hochwasserschutz-Mittel komme bereits dem Wasserrückhalt zugute.
Ablenkung von Debatte im Bund?
Hogl wirft der Hergovich-SPÖ vor, mit der Renaturierungsdebatte von der eigenen Verzögerungstaktik bei der Dürrehilfe im Bund abzulenken. „Was Bäuerinnen und Bauern jetzt brauchen, ist eine Dürrehilfe – nicht Symboldebatten. Die Sozialdemokratie muss endlich über ihren ideologischen Schatten springen."
SPÖ hält dagegen
Landesrat Sven Hergovich sieht das naturgemäß anders: Rund 305 Kilometer Flüsse und Bäche hätten laut WWF besonderes Renaturierungspotenzial, 500 Projekte seien bereits angelaufen. Umweltsprecherin Kerstin Suchan-Mayr betont, Renaturierung sei „keine Naturromantik, sondern eine praktische Investition in Sicherheit und Lebensqualität". Kritisiert wird zudem, dass im Doppelbudget 2027/28 keine Mittel für die EU-Vorgaben vorgesehen seien.
Was für ein Zusammenstoss!
Während die einen – die SPÖ – eine Renaturierung verlangen, so sehen es Beobachter, leiden andere an der Dürre und brauchen dringend unterstützen.
Raiffeisen hilft: Sofortmaßnahmen für dürregeplagte Landwirtschaft
In Niederösterreich und Wien können landwirtschaftliche Betriebe mit dem Raiffeisen-Elementarschadenskredit finanzielle Mehrbelastungen und Engpässe bis zu 50.000 Euro mit einer Laufzeit bis zu fünf Jahren überbrücken.
Auch die Raiffeisen Ware Austria (RWA) und Lagerhaus-Genossenschaften leisten einen wesentlichen Beitrag: Mit annähernd 60 Millionen Euro an Akontozahlungen wird die Liquidität landwirtschaftlicher Betriebe gestärkt. Zusätzliche Bahn- und Lkw-Transporte kompensieren dürrebedingt ausfallende Transporte über die Wasserstraße. Gleichzeitig trägt die Poolvermarktung dazu bei, das Risiko eines ungünstigen Verkaufszeitpunktes für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu reduzieren.
Vorsichtige Hoffnung nach dem trockensten Jahr seit 1850
Nach den trockensten zwölf Monaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850 hat es in Niederösterreich zwar zuletzt geregnet, allerdings längst nicht genug: Während die Thermenregion und das Wiener Becken nur rund einen Liter pro Quadratmeter abbekamen, waren es im Mostviertel und Waldviertel zehn bis 20 Liter, im Raum Retz sogar 40 Liter – insgesamt aber viel zu wenig, denn laut ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber bräuchte es 200 bis 300 Liter pro Quadratmeter, um die tiefgreifende Grundwasser-Trockenheit spürbar zu lindern. Für die kommenden zwei Wochen zeigt sich Oberhuber dennoch vorsichtig optimistisch: Statt des bisherigen Hochdruckwetters ziehen nun mehrere Tiefdruckgebiete auf, die vor allem in höheren Lagen des Mostviertels und im Waldviertel größere Regenmengen bringen könnten – im Osten, vom Weinviertel bis zum Industrieviertel, dürfte es hingegen weiterhin trockener bleiben.
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