Senioren-Studie
400.000 Euro Steuergeld auf Wanderschaft
Genau das nimmt sich Niederösterreich jetzt vor – und lässt sich das Grundprinzip der Fortbewegung stolze 400.000 Euro kosten. Bis 2028, also drei Jahre lang, untersuchen Forscher der Donau-Universität Krems gemeinsam mit internationalen Partnern aus Australien und Dänemark im Projekt „ShopFit", wie ältere Menschen in der SCS Vösendorf herumschlendern.
Das Ziel: ein Modell für „Mall Walking", das Bewegung fördert, Einsamkeit verringert und das Wohlbefinden steigert. Finanziert wird das Ganze von der Gesellschaft für Forschungsförderung des Landes Niederösterreich.
Steuergeld für Gehversuche
Das Pikante daran: Mall Walking ist längst keine Erfindung, sondern ein alter Hut. In den USA und Australien gehen Senioren seit Jahrzehnten klaglos und kostenlos durch klimatisierte Einkaufszentren, ganz ohne Peer-Leader, Co-Design-Workshop oder Förderbescheid. Dass Spazierengehen der Gesundheit guttut und Isolation mindert, weiß im Grunde jeder, der schon einmal einen Fuß vor den anderen gesetzt hat.
Trotzdem braucht es offenbar eine dreijährige, wissenschaftlich betreute Machbarkeitsstudie, um herauszufinden, ob Senioren in der SCS laufen können und wollen. Kein Wunder, dass X-User längst öffentlich die sinnvolle Verwendung von Steuergeld hinterfragen.
Kein Einzelfall
Ganz neu ist das Phänomen ohnehin nicht. Erst kürzlich sorgte eine Studie der Akademie der bildenden Künste Wien für Aufsehen, die mit 394.000 Euro vom Wissenschaftsfonds FWF untersuchte, wie angeblich rechtsextreme Gruppen Mode wie Polohemden oder den „Old-Money"-Look tragen.
Wer geglaubt hat, Forschung müsse drängende gesellschaftliche Probleme lösen, wird eines Besseren belehrt: Manchmal reicht auch die Frage, ob ein Polo-Shirt gefährlich ist – oder ob Oma laufen kann.
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